Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 31)
- Language
- German
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—- 229 Denn nirnrner werden so tiefe Wunden Von einem Verbände von Klagen gefunden!" Da holte sie Rat, Vorschläge sie tat. Vor denen Helden zittern Und Berge schlittern: „Hört, Schwestern! ich nenn' euch zwei Sachen, Womit ich ihn will zu Schanden machen. Die Hörner des Geistes will ich einschlagen. Daß Augen und Ohren den Dienst versagen. Zum Ersten schickt Boten rings in die Landschaft, Und sucht aus euerer Mädchenbekanntschaft Die Liebenswürdigste aus. An der sei nichts zu setzen aus; Gunst findend bei Allen, die sie seh'n Umtöne sie der Ruf: Wie schön! wie schön! Wie Thirza lieblich, wie der Tag so rein, Strahl' wie die Sonn' ihr Blütenschein; Aus süßem Duft soll sie gewoben sein. Und Huld und Anmut hüll' sie ein; Freundlichen Blick soll jedem Aug' sie weih'n; Ihr Herz sei ein von Klugheit voller Schrein, Lied' und Gedicht begreif' sie wohl und fein! — Sie rede wie eine Prophetin, Sie dichte wie eine Poetin; Ihr Wort sei wie ein Honigfluß, Klar wie ein Spiegel von festem Guß; Ihr Geist schöpf' aus geheimen Schätzen, Den Inhalt bringend aus fernen Plätzen, Erprobt im prüfenden Verstand — Ihr Feuer setze die Welt in Brand. Auch Meisterin im Zither- und Harfenspiel, Erwecke sie Wonne und Schmerzgefühl. Durch diese Jungfrau wird das Eis sich lösen. Denn Jünglings Herz ist leicht gereizt zum Bösen Und sollt' es, wider Erwarten, mißglücken. Der Tod hat noch Mittel ins Feld zu schicken. Das Geld soll ihn betören. Bis er dem Abgrund wird angehören;