Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 28)
- Language
- German
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226 Kaum sahen sie das lieblichste Tal, Gefiel es ihnen vor Allem zumal. Und sie begannen ihr Lied und sangen: Süß blühen die Blumen, hell singen die Vögel mit glänzenden Schwingen; Hin rieseln auf Kieseln die Bächlein; Zephyre und Myrten sich schlingen; Tief schalten die Wälder, mit. Frtichten beladen, uns Wonne zu bringen! Da sprachen sie: „Hier ruhe der Fuß! Hier blich' uns Genuß! Hier lasset uns rasten Von des Lebens Lasten!" Und ließen zwischen Myrten sich nieder Und sangen hellfreudige Lieder Abwechselnd mit Gesprächen erbaulich. Dann aßen und tranken sie traulich Darm koseten sie mit Necken und Scherzen, Wie Menschen pflegen, die fröhlich von Herzen. — Und jährlich einmal reift Serach in die Runde, Zu unterrichten die Freunde im weiteren Bunde, Und jeder Ort, den seine Füße betreten. Hört also ihn reden: „Auf, hütet euch vor dem gezückten Schwerte, Seid keines Weibes Gefährte! Sucht frei zu sein. Sucht froh zu sein! Bleibt fern von den Puppen im Prachtgeschmeid' Und lebet zufrieden in Ewigkeit! — Bringt sie in Mißkredit, Und jugendlich herrlich, kräftig bleibt eu'r Schritt; Denn Jünglinge in Ehren bleiben. Wenn sie sich nicht beweiben. Des Ehestand's Uebel ist unsterblich. Für Leib und Seele gleich verderblich. Wer Hochzeit macht. Bedecket seinen Ruhm mit Nacht; Sein Schmerz im Zunehmen, sein Glanz im Abnehmen — Gehorchendem werde gehorcht, Nichtfolgender werde zum Schemen.