Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111084-3113875--2483-3114111- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ach, keinen Ehernann irn Paradies, Dern Gott das Dunkel leuchten ließ! — Und er begann sein Lied und sang: „Wenn Ehemänner dich begaffen, ftinf Finger sollst du ihnen zeigen — O Frauenschönheit! — Gleich dem Manna wird sie dem Strahl der Sonne weichen; Tront heut ein Weib in deinem Herzen, muß sich dein Stolz von gestern neigen; Und warst du grad' wie eine Palme, bald wirst du krummer Sichel gleichen!" „Sohn, neige den Weisen dein Ohr, Und langes, glückliches Leben blüh' dir empor; Wer mit dem Weibe wechselt Worte Der öffnet des Verderbens Pforte; So lange du jung bist, wird sie dich umfassen. Den Kraftberaubten wird sie verlassen; An den besten Bissen wird sie sich letzen Und dir die blanken Knochen vorsetzen. O Frauenränke, Frauenlist, Zeig' mir den Mann, der euch gewachsen ist! Wie viele Großen haben sie klein gemacht, Wie viel Kummer ihnen Zugebracht! Sie stürzten, und Niemand sie aufrichtete — (So ging's auch dem, der dieses dichtete!) — Und er begann sein Lied und sang: „Mit Blindheit ist die Welt geschlagen; die Weisesten sind toll — o Schmach! Kaum stürzt ein Mann ins Meer der Ehe, gleich stiirzet ihm ein zweiter nach!" Drum Sohn, aus deinem Herzen schaffe die Lust, Das Uebel räum' aus deiner Brust! Willst du benützen die Frauen, So laß sie kneten und backen und Suppe brauen; Gottlob, daß uns'res Berufes Reich Nicht ist dem ihren gleich! Wer ihnen ähnlich will werden.