Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 23)
- Language
- German
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221 Als verlockender Locken Glanz; Lieber vorn Gestrüpp umfangen. Als an den Schleiern hangen; Lieber uw's Haupt ein Schilfrohrband, Entblößt von Kost und von Gewand, Als Nahrung und reiches Kleid, An treulosen Weibes Seit'. Lieber klagen und jammern laut. Als Stimmen des Bräutigams und der Braut; Lieber das Geheul der Strauße, Als das Jauchzen der Hochzeiter im Hansel Nicht darf ihr Gelage dich verleiten; Sprach ja schon der Weise vor Zeiten: „Besser in's Haus der Trauer, als in das der Mahlzeiten". — Der Trauhimmel des Bräutigams Ist oft schon worden zur Hütte des Grams; Er findet den Feind in seinen vier Wänden — Sein Teig, erst süß, wird sauer enden! Und wieder begann er sein Lied und sang: „Wegschwemmen bess'rer Zeit Gedächtnis der Ehe triibe Schicksalswellen. Jetzt tiefgebeugte Ehemänner, einst waren's stolze Junggesellen! O, wenn die Hunde Weiber hätten, sie hätten längst verlernt zu bellen." — „Dich sollen nicht täuschen die Ehemänner; Sie sind gar schlechte Herzenskenner, Sind aller Männerwürde bar Und trotten einher mit der Rinder Schar, Lern' ihre Wege nie gehen; Sie schwinden, und du wirst bestehen. — Mein Sohn, der Eh'stand bietet ein bitteres Mahl! Er führet Jünglinge bis in's Höllental; Die besten Männer bricht er; Sie fleh'n, es hilft kein Richter. In die Flucht schlägt er die Reichen, Bis sie „Schadmannsdorf" erreichen — Jung bin ich gewesen, und alt bin ich geworden. Doch sah ich aller Orten,