Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 22)
- Language
- German
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220 Sein Hebel — steigend; Sein Wohlstand — weichend; Jrn Traume selbst kann er nicht ruhig sein; Am Leibe schlottert ihm das Gebein; Der Jugend Freudigkeit Ist weggezogen weit. Vergessen, ach, vergessen. Was eh'dem er besessen I — Ganz anders drein der Ledige schaut. Ein Turm des Sieges auferbaut! Sein Kleid ist Herrlichkeit und Glanz, Aus seinem Haupt göttlicher Haare Kranz. — So blüht er in frischem Saft, Und ihm gelinget, was er schafft; Voll Frieden ist sein Leben, Sein Baumwuchs — welch ein Streben! — Wie er leicht hinschwebt, die Welt ihm offen. Und schnell erfiillt sein Wünschen und Hoffen! Des Himmels Segen wird ihm zum Lohne; Ihm fehlet nichts als die Königskrone! — Und er begann sein Lied und sang: „Die Nacht löst ab den Morgen, Freiheit sprengt Kerkers Mauer, Genesung lacht dem Kranken, ein Ziel ist allen Leiden; Die Lust ist Gram's Nachfolger, Trost lindert alle Trauer, Aus Kummer und Beschwerden aufjauchzen die Befteiten — Doch wer ein böses Weib hat — weiht seinem Lose Tränen! — Wird nie, ach, nie sich lösen, der Seele Freiheitssehnen? — Sohn, weihe deine Kraft nicht den Frauen, Dann wirst du Gewalttat im Hause nicht schauen; Es ist ja zahmer im Walde das Tier Als im Hause die tötliche Begier Hab's schon von unfern Alten vernommen, „Daß aus der Kammer die Stürme kornmen!" Drum lieber einem Dornenfeld, Als bösen Frauen im Palast gesellt; Lieber am Ofen übernachten. Als am falschen Busen schmachten; Lieber stechender Disteln Kranz,