Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 19)
- Language
- German
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217 Bis er zuletzt in die Brüche fiel. Ein Mühlrad trieb? Ha, welch ein Ziel! — Und als mein Volk zum Bösen ward verführt. Da heißt es: „Frauen haben es regiert!" Und der Engel begann sein Lied und sang: Sieh Pharaos Betrug! Wie hat er doch so klug Auf's Ziel mein Volk zu quälen, gestellt sein listig Streben! Verdoppelnd seine Qual, der Kümmernisse Zahl, Ließ er die Söhn' entseelen, und, ach, die Töchter leben! — Drum Hab' ich dich auserwählt, Und als Propheten dich beseelt, Hab mein Geheimnitz dir geweiht. Dem Wackern in so schlimmer Zeit! Dir nütze die Offenbarung; Vertrau' sie dem Sohne zur Aufbewahrung!"- Sprach's und war fort! — Und Tachkemoni kehrt zu seinem Ort, Und Serach, den Sohn, berief sein Mund, Der schnelle zu seiner Rechten stund, Worauf er begann: „Ich bin ein greiser Mann, Weiß nicht, wann ich sterbe, Drum hör mein Wort, du meines Rates Erbe, Halt' fest an der Zucht und laß nicht ab. So warnt, der dir das Leben gab; Und wird dich nimmer mein Gebot beseelen. Dann wirst du nimmer dir ein Weib erwählen! — Die Lippe lacht Frieden, ihr Herz sinnt Streit, Ihr Führer bleibt nicht vom Uebel befreit. Du wirst in Seid' und in Sammet sie kleiden. Sie sättigen mit Süßigkeiten, Doch sie wird an Fremden die Blicke weiden, O Tor, der sich vermählt. Zum Richtplatz auserwählt! Wer klug ist, wird gerne ledig sein — Nur Ochs und Esel spannt man ein! — O Heirat! Heirat!