Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 18)
- Language
- German
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216 Ihr Trieb und ihre Lieb' Ist wetterwendig und unbeständig. Und für Prozesse ohne Zahl Ist in ihrem Munde das Tribunal. — Wie mancher starke Mann, Erhaben wie eine Tann' Ward' ach, durch Frauenstreich' Verachtetem Gesträuche gleich! — Glaub's, wenn mein Mund dir's schwört. Die Schlang' hat Eva nicht betört; (Ihr ward die Baumfrucht nicht verwehrt,) Doch durch sie ward Adam des Unglückes Raub, Und die arme Schlange muß fressen Staub! Sinkt nun der Mensch in der Sünde Schmach, Ahmt er nur der lieben Mutter nach! — Sieh' doch! weil Rahel stahl die Götzen That Laban ihrem Manne nachsetzen; Rebekka hüllte Jakob in Trug, Dafür hat auch Esau geplagt genug. Der Dina Eitelkeit Hat Vater und Brüder gestürzt in Streit; Und hielten die Frau'n ihre goldenen Sachen, War jenes verderbliche Kalb nicht zu machen. — Ward nicht von WUdjan's schönen Kindern Der Tod gebracht zahlreichen Sündern? Und Zlophchad Früchte der Sünde atz. Indem er statt Söhne nur Töchter besaß. Doch Abraham Früchte der Tugend genoß. Denn ihm war verliehen kein Töchtersproß; So hat der gnäd'ge Herr der Welt Vollkomm'nen Segen ihm bestellt; Und Hiob gab Zwiefach er alle Gaben, Die Töchter sollt' er nur einfach haben. Und wer d-a sein will ein frommer König, Gott warnt ihn: „nimm dir der Weiber wenig!" — Durch wen fiel Benjamin Fast der Vernichtung hin? Und wer hat Simson so oft betrogen. Dem Helden seine Kraft entzogen.