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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 215

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Der Weiberfeind
Date
1906-01-01
Page
Seite 215 (sequence 17)
Language
German
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215 Und Tachkemoni, der Erhab'ne, spricht: Noch hatte ich nicht In bewegter Brust geäußert die Meinung, Da ward mir eine hehre Erscheinung; Und Sonne und Mond verhüllten ihr Licht, Und nächtlicher als die Nacht ward ihr Angesicht, Und die Stern' auf ihrer Bahn, Sie Waren in Trauer angetan; Und die Sphären rollten im schnelleren Lauf, Und die Hügel stürzten übereinander zu Häuf, Und die Erde sprang zitternd auf. Und Mensch und Vieh und die am Himmel schweben. Sie floh'n erfaßt von Entsetzen und Beben. — Da sprach ich: Hat Gott verlassen die Welt? Wird unser Land der Oede gesellt? Wird die Menschheit zu nichte gemacht. Die Erde beraubt von des Lebens Pracht? — Und wie ich so stand und zagte Und im Geiste fragte: Wird's bald nun zu Ende gehen? Da ließ ein leuchtendes Rad sich sehen. Und eine Stimme sich hören Voll unvergleichlicher Lehren: „Steh' auf, o Menschensohn, Vernimm meiner Rede Ton! Dein Klagen ward mir vertraut. Dein Weinen Hab' ich geschaut; Entlass' den Verdruß aus dem Herzen, Schaff' aus dem Busen die Schmerzen; Dich überrasche nicht die Zeit, In Taten und Worten vom Guten so weit. Denn ganz natürlich sind Die Männer verstockt und blind; Strafbar ist ihr Beginnen und Sinnen — Denn die Frauen sind die Schuldnerinnen! Ach, wer kann die Knoten entwinden. Die Frauenhände binden? Auf eb'nem Wege nicht bleiben sie; . Aufrichtigkeit vertreiben sie;

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