Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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214 Hinwanken und gleiten, - Die Toren jauchzen irn Haus Und jubilieren drinn und draus. Indessen die Weisen, des Hauses Grund, Vergessen waren, wie schlechter Fund, Da sprach er bei sich: Da der Verstand Verachtet ist irn ganzen Land, Die Männer der Vorwelt, die ruhmesvollen, Verklungen ihr Narnen, ihr Ruhm verschollen. Sollt' Einsicht verwünschen auch meine Brust Ich sollte sie hassen mit Herzenslust! -- Und er begann sein Lied und sang: Wenn Toren jedes Gut besitzen, und täglich ihre Macht sich mehrt. Ha!, mög' man mich als Narr'n einst schelten, in dem was klug ist, schlecht belehrt! — So war er nun hingegangen. Den Tränenstrom auf den Wangen; Gedanken ihn wild bewegen. Wie edle Fürsten pflegen. Zu trauern über böse Geschicke Und über des Zufalls arge Tücke! Und nahm sich's sehr zu Gemüt, In schmachtender Seele schmerzerglüht, Datz Gott die Weisen in's Unglück brachte. Gemeiner Pöbel in's Fäustchen lachte! — Und er begann sein Lied und fang: Weh' dem Geschlecht, das nach dem Silber abwägt den Ruhm, die Macht im Lande! Sie rufen: „Gold ist Mannesehre! Wem's fehlt, der hüll' sich gleich in Schande; Die Toren sind auf Wolkenhöhen, der Weisen Haupt am Erdenrande — Was kaufft du, Narr, Vernunft so teuer, fehlt dir's an Brot und an Gewände?" — Ihr Schlechten, schweigt! ich will euch melden, von eu'res Volkes wahrhaftem Stande, Die Majestät des Weisen leuchtet, ob euer Mund auch Staub sie nannte: Der Sonne Strahl glänzt unbekümmert, ob ihn das Vieh auch tritt im Sande! —