Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 15)
- Language
- German
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213 Vergeblich Hoffen! — Die Toren sind stets, die blinden. Die Ehren und Würden finden. Und die Kriechenden, tückisch Schleichenden, Sind noch die Siegenden, Glückerreichenden: Doch deren Worte köstlich irn Kauf, Sie predigten — Niemand hörte darauf! Denn der Zeitgeist war mit im Komplott: Verachtend die Boten, gesandt von Gott, Gab er mit starrem Nacken und Sinn Sich nur der glühenden Leidenschaft hin; Die Besten ließ er betteln geh'n Und über sie hin das Rad sich dreh'n. Daß keine Kenntnis mehr nützte. Und Redlichkeit nimmer vor Unglück schützte. — Und als nun die Gescheuten sah'n Daß auf des Verstandes Bahn Nur Unheil sei zu empfah'n. Zum Herrn bestimmt sei der Wahn, Als Erbprinz mit Schmuck angethan: Da riefen die List sie herbei. Ergriffen die stärk're Partei, Bekriegten die eigenen Brüder Und schlugen die Weisen nieder. Bis in's Gebirg sie verjagt die zersprengten Glieder. Doch unter den Flüchtigen war ein Greis, Mit edlem Antlitz, ehrwürd'gem Barte weiß. Und Tachkemoni war sein Namen, Vom Lande Teman, aus edlem Samen; Ihm blühte ein Sohn, Serach genannt. Den schmückte des Ew'gen strahlende Hand; Wie eine Feder auf Libanons Höh'n War herrlich vor Gott der Jüngling zu seh'n. Und Tachkemoni, geheimer Künste Meister, Der ward ein mächtiger Hilfeleister, Ihr werdet's hören, gen böse Frauengeister. — Als er nämlich sah der Weisheit Quell verödet, Der Treue Wurzel ertötet. Die Unrecht meiden.