Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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209 Helden seien abgeschlagen und der Herold der Frauen wird zum Sieger des Streites erklärt. So bleibt denn auch für die Zukunft das Ideal der jüdischen Frau das hohe Lied vom Biederweibe, das der Spruchdichter ihr zu Ehren in seinem goldenen Alphabet angestimmt, und das der fromme Israelit noch heute allwöchentlich beim Empfang des Sabbats zu singen pflegt. p (Vorwort des Hebersetzers.) Wir machen im folgenden Gedichte die geneigten Leser mit einem höchst interessanten Produkte unserer ewig berühmten hispanischen Dichterschule bekannt, mit einem Roman, welcher die verdiente Geißelung eines Weiberfeindes zum Gegenstände hat. Die freundlichen Leserinnen mögen daher nicht zürnen, wenn ihnen die geistreiche Satyre des genialen Rabbi manche, mitunter recht bittere Pille reicht; die eigentliche Tendenz des Dichters — ein Dichter kann nimmermehr ein Feind des -edleren Teiles der Menschheit sein — erweist sich als eine Geißel, die über die Schwäche der Männer geschwungen wird, und der sehr triftig motivierte Zorn der Frauen über den Empörer, der sich so weit vergaß, sogar ein förmliches Komplott gegen dieselben zu veranstalten, wird in der poetischen Gerechtigkeit eine volle Genüge und Sühne finden. Doch wir wollen nichts verraten; unsere lieben Leserinnen werden mit dem Dichter zufrieden sein! — Das Original ist in dem zierlichsten Hebräisch jener ausgezeichneten Schule geschrieben, die in den Makamen des Al-Charisi, welche ebenfalls den Namen „Taclikemoni'' (Weisheitsjünger) feiern, mit der Sprachgewandtheit der arabischen Makamen des Uariri wetteifern — welche letztere unser herrlicher Rückert in unerreichbarer deutscher Sprachgewandtheit wiedergegeben oder vielmehr wieder gedichtet 14