Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 6)
- Language
- German
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204 hat. Der König ist empört, er sammelt Truppen und'Verbündete, und der Kampf tobt, bis der Vorschlag von beiden Seiten angenommen wird, ein Gottesurteil aus dem Munde eines frommen Sängers anzuhören und sich. dann Alles im Sinne der Frauen entscheidet. Ein viel ernsterer Gegner erstand unserem Jehuda in dem provenzalischen Dichter Jedaja Penini. Sein erstes poetisches Werk, das er als ein 18 jähriger schrieb: „Der Freund der Frauen" (Olrel) ^asodiia.) ist eine allegorische Darstellung, in der , der galante Jüngling das schöne Geschlecht mit allen Waffen der Dialektik, freilich ohne sonderlichen poetischen Schwung, gegen die Anklagen des misanthropischen Weiberfeindes zu verteidigen sucht. Es scheint, daß Jedaja die Gegenschrift Isaaks gekannt hat. Auch er führt uns einen König Kuschan vor, der ein Erzfeind aller Frauen gewesen ist. Alles was ruchlos und betört ist, schließt sich seinen Fahnen an- bis endlich die Vernunft sich auftafft und ein Hilfsheer sammelt, um die Torheit aufs Haupt zu schlagen. Aber nicht wie bei Jsaac löst sich alles in Friede und Wohlgefallen auf; die Feinde schlagen auf einander, Kuschan fällt in der Schlacht, sein Heer gerät ins Wanken; Jubel aller Frauen über den Sieg ihrer Sache erfüllt die Wahlstatt; Scheraja, der Feldherr der Vernunft, wird König; Hochzeit und eheliches Glück in allen Landen. Aber Jedaja ist nicht wie Jsaac ein Feind, sondern ein Verehrer und Bewunderer unseres Jehuda. Er redet sogar dtn Geist des bereits verstorbenen Dichters an, aus den^Himmelshöhen herniederzusteigen, UM den Streit vor zwei „Wissenden" äüszütragen, denen er das Gedicht gewidmet hat. Es sind dies 'zwei junge und reiche Leute, die Söhne des angesehenen Salerno de les Infantes in Arles. Man sieht, die jeunesse ddree gehörte zu allen Zeiten zu den Wissenden auf diesem Gebiete - ' - ' Für alle, die mit dem Gang der allgemeinen Literatur bekannt sind, ist schon aus allen diesen Einzelheiten zu ersehen, daß die Dichtung der Troubadours auch auf die spanisch- und provenza lisch - jüdische Muse lebhaft eingewirkt hat. Die Bekanntschaft mit den Werken der Troubadours ist bei unfern mittelalterlichen Dichtern schon nüchgewiesen worden. Trotzdem