Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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203 ein früherer Freund, Chajim ibn Samchun, war es, der aus Neid zu dem häßlichsten Mittel griff, das schon damals üblich gewesen zu sein scheint, indem er das Märchen von einem Plagiat erfand, das Jehuda gewagt haben sollte. „Auf seinen weiten Reisen, mit denen er nicht übel geflunkert zu haben scheint, wollte er bei Josef ben Jehuda, dem Liebling Maimunis und Busenfreunde Alkiftis in Aleppo, zwei Dichtungen gesehen haben, in denen der gleiche Roman von diesem als Dichter fast verschollenen Josef ibn Aknin behandelt worden war". Zwanzig Jahre später (1228) gedachte Jehuda in einer zweiten Ausgabe des Gedichts dieser Verdächtigung, die er mit schneidendem Hohn zurückweist. „Ibn Samchuns Vater hatte den Glauben abgeschworen und sich taufen lassen, der Sohn scheint ein Schwindler und wohl ein viel ertappter Plagiator gewesen zu sein, Stoff genug, um den Urheber des erlogenen Entwurfs mit stachligen Ruten zu züchtigen". Aber auch andere Gegner erstanden unserem Jehuda, so jener Isaak, dessen Gegenschrift mit dem geistreich schillernden Titel: Esrat Naschim — beliebig vokalisiert: Rettung der Frauen oder der bekannte Tempelvorhof — erst vor zwanzig Jahren herausgegeben wurde. Aber Isaak reicht nicht entfernt an Jehuda heran. Er besaß weder die Empfindungsgabe noch den Humor seines Gegners. Aengstlich heftet er sich an seine Verse und schafft „ein sklavisches Gebild, keine freie geistgeborene Dichtung". Wenn in unserem Roman Tachkemoni seinem Sohn Serach den Weiberhaß zur unverbrüchlichen Pflicht macht, so beschwört dort Absalom seinen Chobab unter allen Umständen zu heiraten. Dem Drachen Jehudas wird das Biederweib Rahel als Kontrast gegenüber gestellt, das die ideale eheliche Treue verkörpert, ihren Mann aus allen Gefahren errettet und beglückt. In eitlem zweiten Teil wird das Problem von neuem ausgenommen, aber hier ist es nicht mehr ein Einzelner, sondern der bekannte Dämon Asmodai, der mit einer Anzahl von Hilfstruppen den Kamps gegen das weibliche Geschlecht aufnimmt. Die Schreckenskunde von seinem Treiben ist auch an den Hof des Königs Malkizedek gelangt, in dessen Rate der Geist des Frauenhasses seine Opfer bereits zu fordern angefangen