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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 202

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Der Weiberfeind
Date
1906-01-01
Page
Seite 202 (sequence 4)
Language
German
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202 tragen. Der Sohn will diesem Gebote folgen und zieht mit drei Freunden, die das gleiche Ziel verfolgen, in ein fernes Wunderland, um von dort aus für das Zölibat zu wirken. Die Frauen, die von diesem Bund gehört, stiften nun auf einer Frauenversammlung einen Gegenbund, und eine alte Kupplerin, Kosbi, wird auserkoren, uw Serach durch die schönste Jungfrau Ajalah (das Reh) in seinen Grundsätzen wankend zu machen. In der Tat entzweit er sich bald mit den Freunden und verfällt in die Netze der holden Jungfrau. Sein Liebegirren wird erhört; der Zwiegesang des Paares enthält ungewöhnliche poetische Schönheiten und atmet eine sehr heitere Stimmung. Als aber der Tag der Hochzeit, herannaht, da wird ihm nach dem teuflischen Plan ein häßliches Weib „Schwarzkohle", die Tochter des Uhu, angetraut, die ihm grausam heimzahlt, was der unbeständige Weiberfeind jemals verbrochen. Die kleine Dichtung machte durch ihren lebhaften Vortrag, durch ihren prickelnden Witz in Wort und Wendung schon damals viel Glück. Sie verdient es auch, und es erscheint mir als ein Unrecht, wenn man Jehuda ibn Sabbatai gegen seine Zeitgenossen herabzusetzen versucht. Die Teilnahme und Verbreitung seines Romans brachte dem Dichter viele Neider und Feinde*). Namentlich *) Für das Folgende s. David Kaufmann in den Göttingischen Gelehrten Anzeigen 1885, Bd. I, S. 441 ff. Der Roman Jehudas befindet sich in Handschriften zu Oxford, Wien u. a. Wie weit er gedrungen, zeigt eine hebräische Handschrift aus Jemen in der Königl. Bibliothek zu Berlin (eoä. Steinschneider 1089 Bl. 103), in der Verse aus dem Gedicht angeführt werden. Der erste Druck ist in Konstantinopel ca. 1543 (?) erschienen. Das Buch führt auch gelegentlich den Titel: „Loker Leraeü^ oder „laedkenioin", was zu mancherlei Verwechslungen mit dem Werke von Charisi führte. Eliefer Aschkenasi hat die Dichtung Jehudas in seinem Sammelwerke „Taam Sekeinm“ (Frankfurt 1854, S. 1 ff.) wieder abgedruckt. Nach dieser Veröffentlichung hat Leopold Stein das Werk übersetzt und in seiner Zeitschrift „Der Freitag-Abend" (1859, Nr. 41—49) guexft veröffentlicht. Vergl. übrigens Steinschneider Loäl. 1369 ff., sowie S. I. Halberstamm in Kobaks Jeschurnu VII, S. 33 ff. — Die Gegenschrift Isaaks, die in demselben cod. Halberstamm wie das Gedicht Jehudas sich erhalten hat, ist gleichfalls in Kobaks Jeschurun VII, 40 ff. zuerst abgedruckt worden. — Den Frauenfreund von Fedaja Penini hat A. Neubauer in der Jubelschrift zum 90. Geburtstage von Leopold Zunz (Berlin 1884, S. 1 ff.) ediert.

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