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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 201

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Der Weiberfeind
Date
1906-01-01
Page
Seite 201 (sequence 3)
Language
German
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Diese drei, wie alle Dichter der Periode, sind Meister öeZ Musivstils. Wie die Griechen in der Sprache Homers ihre feinen Wortspiele bildeten, so redeten die Dichter jener Zeit mit den Sprüchen der Bibel, mit den Psalmisten und Propheten, deren Worte sie im freien Sinne, aber „im schönen Nebel desselben Ausdrucks" deuteten. Der Musivstil> als dessen Schatzkammer die heilige Schrift galt, würde schon von den Dichtern der Glanzperiode in ihre poetischen Kunstwerke verflochten. Auch ihnen war er oft ein willkommenes Wort- und Versspiel für einen neuen Ideenkreis. Er erlebte aber eine zweite wichtige Phase durch die kontrastierende Stimmung', in die ihn die späteren Dichter zu dem ursprünglichen Wortsinn brachten. Mit Recht hat man in dieser Metamorphose des Gedankens durch kleine Aenderungen und Scheidungen eines Wortes oder Satzes, oder durch veränderte Interpunktion die Quelle des jüdischen Humors gesucht. Mit besonderem Glück schöpft nun ibn Sabbatai aus dieser Quelle. Der reiche Gedankenschatz der Bibel steht ihm zur unbeschränkten Verfügung, und er scheut sich nichtmit der vollen Willkür des Poeten von diesem Reichtum freiesten Gebrauch zu machen. Eine auch nur annähernd treue Uebersetzung kann unmöglich den humoristischen Doppelsinn wiedergeben, den der Dichter durch die Anwendung des Musivstils erreicht hat; trotzdem ist eine solche Uebersetzung wiederholt und nicht ohne Erfolg versucht worden. Selten mit größerem als von dem Uebersetzer des „Weiberfeinds", der, selbst ein reichbegabter Dichter, seinen Genossen in alle Wege und Abwege zu folgen vermag. ' Jehuda hen Sabbatai Halewi war' ein spanischer Poet am Anfang des dreizehnten Jahrhunderts, der vielfach mit einem Arzt Juda b. Jsaac aus Barcelona indentifiziert wurde, den Charifi, der poetische Wandersmann, als großen Dichter preist. Sein „Weiberfeind" (1208), den er dem angesehenen Abraham ibn Alfachar widmete, erzählt uns mit genialer Leichtigkeit und Leichtfertigkeit die ergötzliche Geschichte des Serach b. Tachkemoni, dessen Haß gegen das weibliche Geschlecht ein so gräßliches Ende genommen. Der Vater hatte ihn auf dem Totenbette beschworen, die Frauen zu meiden, da sie an allem Uebel der Welt die Schuld

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