Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Gestalten aus dem Osten
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 25)
- Language
- German
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185 an, dies war ja ihr Plan gewesen; sie gingen schlafen, doch kaum hatte sich die Stille der Nacht über die arglosen Bewohner des Hauses gebreitet, so rotteten sie sich zusammen und schritten an die Ausführung ihrer grauenhaften Mordtat! Mit Keulen bewaffnet, die sie verborgen gehalten hatten, überfielen sie die wehrlos daliegenden Christen, und mit teuflischer Wut hieben sie auf sie ein, bis diese armen Opfer gieriger Habsucht unter den furchtbarsten Martern ihre armen Seelen aushauchten. . . „Um Gottes Willen! halten Sie ein!" ries mit tränenerstickter Stimme die Staatsrätin, „es ist zu gräßlich! Mein armes Christenherz verblutet vor Mitleid mit den grausam Dahingeschlachteten! O! daß es solche Menschen gibt! Und so wie diese sechs tierischen Mörder, so sind sie Alle! Alle! Mögen sie auch vor der Welt die Maske der Gesittung tragen!" „Alle?"meinte mit sonderbarem Lächeln derStaatsrat, „gehst Du darin nicht zu weit, meine Liebe?" „Ja, alle! jeder einzelne von ihnen, sei es nun ein gelehrter Doktor, oder eine vornehm tuende Dame, eine jüdische Rätin meinetwegen, sie alle wären des gleichen Verbrechens fähig, wenn . . . „Bitte, lieber Professor," schnitt der Staatsrat die erbitterten Ausführungen seiner Gemahlin ab, „bitte, fahren Sie fort, wir möchten nun auch hören, ob die gerechte Strafe all jene erreicht hat, die so Unmenschliches begangen haben." Ein unmerkliches Lächeln huschte um die Mundwinkel Serkalow's. „Es ist nicht mehr allzuviel zu berichten. ." „Selbstverständlich wären auch die härtesten Strafen für diese elenden Verbrecher noch zu milde!" rief der Ingenieur ergrimmt aus, „aber es zeigen sich in diesem Prozesse wieder all jene typischen Züge der jüdischen Seele und ich glaube, es gibt in der ganzen Welt keinen Christen, der so Unmenschliches vollbringen könnte. Nehmen Sie einmal die Einzelheiten dieses Prozesses heraus — die Fabel von dem schrecklichen Elend, das der Jude