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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 131

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Gabriel Riesser
Date
1906-01-01
Page
Seite 131 (sequence 11)
Language
German
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131 jetzt, daß es nicht darauf ankomme, die Selbständigkeit als Jude oder den jüdischen Namen abzustreifen, sondern daß es vielmehr darauf ankomme, diesen Namen zu Ehren zu bringen, und daß hierzu nicht dünkelhafte Absonderung, sondern fester, inniger Anschluß an die ihrer Entwickelung zueilenden Brüder erforderlich sei. Es war eine schöne nnd große Bewegung, die durch Rießers Wort in der ganzen deutschen Judenheit angefacht wurde. Wir haben darüber noch viele Zeugnisse von Mitlebenden. In seinen autobiographischen Aufzeichnungen schreibt Abraham Geiger am 8. April 1831 folgenden Satz: „Das Schriftchen von Rießer übt eine zündende Wirkung auf mich aus." Und zwei Tage später schreibt er — und zwar an Samson Raphael Hirsch, seinen späteren Hauptgegner, folgenden Brief: „Das Schriftchen von Rießer haben Sie wahrscheinlich gelesen, wenn nicht, so eilen Sie ja, es zu lesen, denn es ist eine kräftige Erweckung für den immer mehr sinkenden Gemeinsinn. Wahrscheinlich auf seine Ermunterung hin haben die Juden in Frankfurt, Karlsruhe, der Pfalz und noch anderswo Vereine gebildet und sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die völlige Emanzipation der Juden in Deutschland zu erringen." Aber auch die Feinde der Juden erkmmten den Geist, der in Rießer ein so mächtiges Organ geschaffen hatte. Sie scheuerten ihre verrosteten Waffen und zogen mit allen Listen und Ränken älterer und neuerer Taktik gegen ihn zu Felde. Einer der sogenannten Kämpfer für Recht und Pflicht in damaliger Zeit, der bekannte Kirchenrat Paulus in Heidelberg, widmete allen deutschen Staatsregierungen und landsmännischen Versammlungen einebesondereSchriftüber dieJuden: „Die jüdischeNationalabsonderung." Dagegen trat nun Gabriel Rießer mit einer Broschüre auf, die das Werk weniger Tage und das Ergebnis des unmittelbaren Eindrucks war, den die Schrift von Paulus auf ihn gemacht hatte. Er reißt dem frommen Mann die Maske vom Gesicht und zeigt, daß feine Bedenken nichts anderes seien als eine neue Form, die der Judenhaß angenommen habe. Schritt für Schritt 9 "

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