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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 104

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Raschi
Date
1906-01-01
Page
Seite 104 (sequence 19)
Language
German
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104 Befriedigung gewährte. Dieser Doppelcharakter verschaffte dein Werke Raschids seine dauernde Volkstümlichkeit und bewirkte, daß es von . anderen Kommentaren, die mit größerer Folgerichtigkeit die von .Raschi angebahnte Richtung durchführten, nicht verdrängt werden konnte. Uebrigens sind dem Bibelkommentar Raschi's dieselben Vorzüge zuzuerkennen, wie seinem Talmudkommentar. Seine granmratische und lexikalische Erkenntnis des Hebräischen steht zwar noch auf der Stufe, welche durch die klassischen Vertreter der hebräischen Sprachwissenschaft in Spanien längst überwunden war, aber ein feines, oft diviuatorisches Sprachgefühl und die volle Beherrschung des hebräischen Sprachgutes führen ihn auf richtige Wege und hüten ihn vor groben Verstößen. Aus die Realien verwendet er große Aufmerksamkeit, zieht Beobachtung von Dingen und Verhältnissen der eigenen Umgebung heran und bedient sich als verdeutlichenden Hilfsmittels der französischen, hier und da auch der deutschen Widergabe des hebräischen Ausdrucks. Und auch nach der formalen Seite zeichnet sich der Bibelkommentar Raschi's durch Kürze und Einfachheit der Ausdrucksweise aus. Hervorzuheben ist auch der gänzliche Mangel Polemischer Ausführungen oder Andeutungen. Die allegorische Auslegungsmethode der christlichen Kirche, welche ein halbes Jahrhundert nach Raschi's Tode Abraham Jbn Esra in Raschi's Heimat sehr nachdrücklich zurückzuweisen hatte, war für Raschi selbst kein Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit. Aber die christologischen Erklärungen einzelner Bibelstelleu weist er hier und da ausdrücklich ab lzu Jes. 9, 6, Jer. 31, 39); bei der Erklärung des 21. Psalms sagt er, daß er zur Widerlegung der christlichem Auffassung von der traditionellen Beziehung dieses Psalms abweiche und ihn auf David beziehe. Dasselbe tut er, ohne die christliche Auffassung zu erwähnen, beim 2. Psalm; ebenso ist es eine stillschweigende Polemik gegen die christliche Bibeleregese, wenn Raschi im Abschnitt Jes. 62, 13 ff. Israel als den Knecht Gottes erkennt. Uebrigens sind aus Raschi's Leben, obgleich er in Trohes Gelegenheit dazu gehabt

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