Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Raschi
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
- Rashi 1× ep/1002670
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92 Hegenden ereilte, und vielleicht mit Hinblick auf die Märtyrer des ersten Kreuzzuges schrieb er (wie Berliner -annimmt) die Worte in seinem Kommentar zu Jesaja -53, 9, vom Knechte Gottes (nach Raschi ist das Volk Israel selbst damit gemeint), der alle Arten des Todes freiwillig erleidet, um dem Abfalle zu entgehen. Vielleicht stammen aus dieser trüben Zeit auch die Selicha's (Bußgebete) Raschis, deren acht sich erhalten haben. „Der vorherrschende Charakter dieser Gebete ist Wehmut; inallen wird bitter geklagt" (Zunz). Raschi wurde des großen Glückes teilhaftig, daß Äie von ihm ausgestreuten Saaten im Kreise seiner eigenen Familie aufgingen, und daß er, der sich keiner Ahnen von Bedeutung rühmen konnte, Stammvater bedeutender Männer wurde, an die sich die Fortdauer und der Ruhrn der von ihm begründeten Schule in erster Reihe knüpfte. Er hatte zwei Töchter, die er mit dem Namen der Mutter und der Schwester Moses' benannte: Jochebed und Mirjam. Jochebed wurde die Gattin seines Schülers Meir ben Samuel aus Rameru (Ramerupt), einer Ortschaft der Champagne, unweit von Troyes, die durch ihn und seine Söhne nach dem Tode Raschis während des größten Teiles des 12. Jahrhunderts zum Mittelpunkte der jüdischen Gelehrsamkeit in Nordsrankreich wurde. Meirs Name, obwohl er selbst ein angesehener Gelehrter war, ist vor allem durch seine Söhne bekannt, von denen besonders zwei die Erben des Ansehens ihres Großvaters, Raschis, wurden: Samuel ben Meir, der große Bibelexeget und auch als Talrnuderklärer bedeutend, und Jakob ben Meir, bekannter als Rabbenu Tain, die größte französische Autorität im 12. Jahrhundert. Samuel ben Meir war es, dem Raschi das Geständnis machte, er würde, wenn er dazu noch Muße hätte, seinen Pentateuch-Kommentar einer Umarbeitung unterziehen; und ihm wurde die Aufgabe zu Teil, den Kommentar