Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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46 in rascher Folge zwei Bände erschienen sind, und die jetzt bald fertig vorliegt. Es wird nun erst ein abschließendes Urteil über das große Werk möglich sein, über das wir nur das Urteil wiederholen können, das wir über die einzelnen Bände schon gefällt haben. Es ist ein großes Werk, das dem Judentum zur Ehre gereicht, und das in einer zweiten Auflage erst die Vervollkommnung erfahren wird, die es erheischt. Aber schon heute können die Männer, die es unternommen und ausgeführt, stolz auf dieses Werk sein. Es bietet allen, dem Kenner wie dem Laien, dem Juden wie dem Nichtjuden, ein großes und treues Bild von dem Leben des Judentums, von seiner Geschichte, seinen Bestrebungen, seiner Weltanschauung, seinen Hoffnungen und Idealen. Vielfach ist auch das Projekt aufgetaucht, eine deutsche Uebersetzung dieses Werkes vorzubereiten. Wir glauben aber nicht, daß ein derartiges Projekt in nächster Zeit irgend welche Aussicht auf Durchführung haben kann. Endlich sei auch das Jahrbuch der jüdisch-literarischer: Gesellschaft erwähnt, dessen zweiter Jahrgang inhaltreicher ist als der erste. Namentlich sind die Aufsätze von Lewin: Zur Geschichte der Vierländer - Synode, von Wreschner über Mba Eger, von Unna über die Responsen des Rabbi Joel Serkes, von Lieben über Prag, von Sulzbach über Frankfurter Wohltätigkeitsvereine, ferner die Studien von Barth, Biberfeld, Blumgrund, Eppenstein und der sehr interessante Essay von A. Berliner über hebräische Büchertitel rühmend zu erwähnen. Die Geschichte der Juden hat in diesem Jahre nicht viele, aber dafür sehr tüchtige Arbeiten aufzuweisen. Es ist sichtlich ein Fortschritt in der methodischen Forschung und in der Kunst der Geschichtsschreibung zu konstatieren. Während man früher nach einem bestimmten Vorbilde arbeitete, kann man heute sagen, daß die Jüngeren freiere Anschauungen haben als ihr Vorbild und auch in der