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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 47

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1906-01-01
Page
Seite 47 (sequence 26)
Language
German
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47 Quellenforschung strenger und gewissenhafter sind. Daneben gehen natürlich auch die Arbeiten, die nur schätzbares Material sammeln, einzelne dunkle Puukte aufhellen, und die allerdings ebenso wertvoll und mit Dank aufzunehmen sind. Die Tatsache, daß man sich jetzt mit der Durchforschung der noch wenig oder gar nicht benutzten Archive zu beschäftigen anfängt, wird für die Geschichtsschreibung in den nächsten Jahrzehnten den Ausschlag geben. Eine notwendige Folge davon ist, daß nran vorzüglich Spezial- und selbst Lokalgeschichte, dagegen die allgemeine Geschichte und einzelne größere Perioden derselben viel seltener zu bearbeiten unterlümmt. Nur die Geschichte des Altertums wird noch immer sehr fleißig behandelt. Wir nennen die Werke von Hollmann, Oettli, Peters, Pooler, Benzinger, und Wolsf-Beckh, dessen Schrift: Kaiser Titus und der jüdische Krieg durch die darin niedergelegten Anschauungen Interesse erregte. Allgemeine Geschichtsdarstellungen haben wir wie gesagt fast garnicht anzuführen, es sei denn, daß wir die Fortsetzungen des hebräischen Geschichtswerks von W. Jawitz dazu rechnen, von dem der V. Band erschienen ist, der die Anfänge der herodianischen Regierung bis zum Untergang des Staates schildert. Der Versuch einer zweiten hebräischen Uebersetzung des in immer neuen Auflagen erscheinenden Geschichtswerks von Graetz, beit N. Sokolow unternimmt, ist über die ersten Lieferungen noch nicht hinaus gediehen. Dagegen haben wir einige sehr treffliche Einzeldarstellungen erfreulicher Weise zu verzeichnen. An der Spitze steht auch diesmal der unermüdliche Moritz Steinschneider, von dessen lang erwartetem Werke: Die Geschichtsliteratur der Juden in Druckwerken und Handschriften, die erste Abteilung erschienen ist, die die Bibliographie der hebräischen Schriften zusammenfaßt. Das Werk ist das Resultat einer Arbeit von mehr als 60 Jahren. In der Einleitung ist die Geschichte des Werkes selbst erzählt. Alle Vorzüge, die wir so oft den Arbeiten Moritz Steinschneiders nachzurühmen Veranlassung hatten: Reichhaltig-

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