Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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89 forderung, denn nur als eine solche können wir die Schrift von Bischofs betrachten, geben die „Parallelen", die unser Jahrbuch diesmal veröffentlicht, und denen niemand Objektivität, Wahrhaftigkeit und ehrliche Forschung absprechen dürfen wird. Von denselben Autor ist auch ein Talmud-Katechismus erschienen, der trotz mancher Fehler und Jrrtümer doch zur Einführung in dieses Schrifttum für Fremde und für Anfänger wohl von Nutzen sein kann. Als bedeutendste Arbeit erscheint auch in diesem Jahr die von Wilhelm Bacher über die Bibel- und Traditionsexegetische Terminologie der Amoräer. Die Mischna-Uebersetzung Petuchowski's schreitet rüstig weiter. Ebenso die Talmud-Uebersetzung Goldschmidt's. Von den kritischer Annrerkungen Dünners zmn Talmud ist wieder ein neuer Band erschienen, ebenso von den sehr wichtigerr Scholien Ratners zum jerusalemischen Talmud; außerdenr sind noch zu nennen eine kritische Ausgabe der Mechilta von David Hoffmarrn, Sammlungen kleiner Midraschim von L. Grünhut, ein Kommentar von D. I. Estermann zur Mischna, die Ausgabe des Traktats Joma von R. Fiebig und das vortreffliche Buch von Albert Katz: Biographische Charakterbilder aus der jüdischen Geschichte ilnd Sage, das sicher in die Welt des Talmud besser einführerr kann, als viele der dickleibigen Werke, die wir bisher anzuzeigen hatten, speziell als die Schriften von O. v. Schottenfeld: Was mutz man vom Talmud wissen? und ähnliche, sich als Führer durch das Labyrinth des Talmud ankündigende Werke. Indem wir nun in die jüdische Literatur des Mittelalters eintreten, haben wir die Verpflichtung, über zwei Werke vor allen: imsere aufrichtige Freude, ja unsere Helle Bewunderung auszusprechen, die notwendig an der Spitze dieses Abschnittes stehen müssen. Ohne Zweifel, wir haben es als eine gütige Sendung des Geschicks zu betrachten, das Jahrhunderte hindurch so schwer auf unserer Literatur lastete, daß an der Spitze derselben noch innner der Mann marschiert, der nun schon an der Schwelle des neunzigsten Lebensjahres steht, und der, man kann