Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 16)
- Language
- German
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finden in eingehender Betrachtung undI fortwährender Vergleichung mit den Darlegungen Harnack's in diesem Buche eine ebenso entschiedene wie sachgemäße Antwort. Schon das erste Kapitel, welches das Verhältnis vom Judentum zum Christentum inr allgemeinen behandelt, redet eine sehr deutliche Sprache. Mit voller Befriedigung wird auf Grund eingehender Untersuchungen' konstatiert, daß von einem geistvollen und die Gründe des Christentums begeistert verkündenden Theologen infolge einer umfassenden und tief eindringenden wissenschaftlichen Kritik gerade dasjenige verworfen wird, was unsere Väter seit jeher verworfen haben; und daß derselbe andererseits als das wahre Evangelium, als das Wesen der Religion, das Unzerstörbare in den wildesten Zeiten, in den rohesten Jormen und den abergläubischsten Gebilden, diejenigen Lehren bezeichnet, welche der Mensch Jesus in Judäa den: um ihn sich sammelnden Volke gepredigt hat. Es folgte nun eine sehr feine Untersuchung über den geschichtlichen Zusammenhang des Christentums mit dem Judentunr. Sodann aber geht Eschelbacher dazu über, die drei Hauptgedanken Jesu aus ihren jüdischen Ursprung zurückzuführen. Diese drei Hauptgedanken sind die Lehre vom Reich Gottes, die Lehre von Gott dem Vater und dem unendlichen Wert der Menschenseele, die bessere Gerechtigkeit und das Gebot der Liebe. Aber diese drei Hauptgedanken stannnen aus dem Judentum. Dies wird unwiderleglich aus Bibel und Talmud nachgewiesen. Wie sie sich jedoch in der christlichen Religion entwickelt haben, weist Eschelbacher mit genauer Sachkenntnis nach. Es schließt sich hieran eine Betrachtung über den Gang der christlichen Religion durch die Geschichte und über die jüdische Propaganda, welche dem Erfolg des Christentums wesentlich vorgearbeitet hat. Das letzte Kapitel behandelt das Christentum in seiner selbständigen Entwicklung. Wir wünschten, daß auch nur ein einziges mal ein angesehener protestantischer Theologe mit der gleichen Milde und Vorurteilslosigkeit über das Judentum spräche, wie dieser strenggläubige jüdische Theologe über das Christentum! Hier finden wir nichts von der scheuen Zurück-