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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 25

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1906-01-01
Page
Seite 25 (sequence 4)
Language
German
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21 versagter:. Sie ist bemüht, alle Ecken und Kanten abzustoßen und die Ebenbürtigkeit in der universitas literarum zu erringen. Von diesem redlichen Bemühen gibt jedes Jahr erfreuliche Kunde. Man braucht nur, um zu erkennen, wie viel weiter wir gekommen sind, das zu lesen, was der erste jüdische Literarhistoriker vor 55 Jahren über den Zustand der jüdischen Literatur geschrieben hat: „Der Mangel aller Schulen, der allverbreitete, unkontrollierbare Dilettantismus, welcher Wohl der Kultur der Juden zur Ehre, ihrer Wissenschaft nur zum Schaden gereichen kann, nebst anderen Zeitrühtunger: und Zuständen haben den Troß imberufener Schreier aus Unkosten der Gelehrten und des eigentlich lernenden Publikums rekrutiert; jeder Versuch zur Hebung der Studien und Förderung größerer Arbeiter: mußte daher scheitern. Mit einerr: Wort: der jüdischen Literatur fehlt jede Anerkennung, jedes Institut nach allen weiten hin, und doch verlangt man bereits von allen Seiten her reife Früchte, von deren Saat man nichts wissen will. Die Selbstverleugnung und Ausdauer der Weniger!, an Willen rrnd Kraft Tüchtiger:, wäre unbegreiflich, wenn sich nicht dieselbe Erscheinung dern einsichtigen Betrachter im ganzer: Schicksal des Judentums darböte." Nur wer sich absichtlich den Erscheinurrgen der Zeitgeschichte verschließt, wird in Abrede stellen könne::, wie sehr sich unsere Lage gebessert hat. Selbst auf dein Gebiete, das bisher als ein „Rühr rnich nicht arr" für rrnsere jüdischen Gelehrten galt, nämlich auf dern der Bibelsorschung, zeigt sich eine erhöhte geistige Regsamkeit. Man hat es endlich herausgefühlt, daß man viel zu lange das Terrain den nichtjüdischen, vor allen: den protestantischer: Forscher:: überlassen habe. Gerade der Babel-Bibel-Streit hat dies vor: neuem bewiesen. Diese Frage scheint rrun endlich zur Ruhe kommen zrr wollen. Die Schriften, die irr: Berichtsjahr darüber erschiene:: sind, zeichnen sich hauptsächlich nur durch ihre mehr oder minder geschmackloser: Titel aus, die n:it denen vor: Friedrich Delitzsch in aller: möglicher: Tonarten variieren. Ich zittere nur folgende

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