Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Immanuel Kant in seinen Beziehungen zum Judentum
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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138 geirrt, oder ihm seinen Beifall bezeigen, wenn er ihn dessen würdig finden sollte und ihn dadurch doppelt glücklich machen. Berlin, den 7. April 1789. Ihr ganz ergebener Diener und Verehrer Salomon Maimon." Das Gutachten Kants ließ geraume Zeit aus sich warten, es erfolgte in einem Schreiben an Herz vom 26. Mai 1789 in für den Verfasser sehr schmeichelhaften Ausdrücken. Es heißt da u. a.: „Aber wo denken Sie hin, liebster Freund! Mir einen groben Pack der subtilsten Nachforschungen zum Durchlesen nicht allein, sondern auch zum Durchdenken zuzuschicken, mir, der ich in meinem 66. Jahre noch mit einer weitläufigen Arbeit, meinen Plan zu vollenden — teils in Lieferung des letzten Teils der Kritik, nämlich dem der Urteilskraft, welche bald herauskommen soll, teils in Ausarbeitung eines Systems der Metaphysik der Natur sowohl als der Sitten jenen kritischen Forschungen gemäß — beladen bin, der ich überdem durch viele Briefe, welche spezielle Erklärungen über gewisse Punkte verlangen, unaufhörlich in Atem erhalten werde und obendrein von immer wankender Gesundheit bin. Ich war schon halb entschlossen, das Manuskript sofort mit der erwähnten ganz gegründeten Entschuldigung zurückzuschicken. Allein ein Blick, den ich darauf warf, gab mir bald die Vorzüglichkeit desselben zu erkennen und daß nicht allein niemand von meinen Gegnern mich und die Hauptfrage so wohl verstanden, sondern nur wenige zu dergleichen tiefen Untersuchungen so viel Scharfsinn besitzen möchten, als Herr Maimon, und dieses bewog mich, seine Schrift bis zu einigen Augenblicken der Muße zurückzulegen, die ich nur jetzt habe erlangen können und auch diese nur, um die zwei ersten Abschnitte durchzugehen, über welche ich jetzt auch nur kurz sein kann." Und an einer anderen Stelle heißt es: „Herrn Maimons Schrift enthält übrigens so viel scharfsinnige Bemerkungen, daß er sie nicht ohne einen für ihn vorteilhaften Eindruck immer hätte ins Publikum schicken können, auch ohne im mindesten mir hierdurch zuwider zu handeln, ob er gleich einen ganz anderen Weg nimmt als ich, denn er ist doch darin mit mir einig, daß mit der Festsetzung der Prinzipien der Metaphysik eine Reform vorgenommen werden müsse, von deren Notwendigkeit sich nur wenige wollen überzeugen lassen. Allein was Sie, werter Freund, verlangen, die Herausgabe