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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1905-01-01 · 8 (1905) · p. Seite 128

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
8 (1905)
Article
Immanuel Kant in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 128 (sequence 5)
Language
German
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128 Arzt und guter Freund, Dr. Trümmer, nicht imstande sei, seine Leiden zu heben. Wörtlich heißt es nun in diesem Briefe: „Ich finde in Monros Buche von der Wassersucht eine Einteilung der Purgiermittel, welche ganz genau meiner Idee korrespondiert. Er unterscheidet sie nämlich in hydragogische (wasierabführende) und eccoprotische (kotabführende); bemerkt richtig: Daß die ersteren schwächen und zählt darunter die resinan Jalappae als das stärkste, Senesblätter aber und Rhabarber als schwächere, beide aber als hydragogische Purgiermittel. Dagegen sind seiner Angabe nach Weinstein- Kristallen und Tamarinden eccoprotische, mithin meinem Bedürfnis angemessen. Herr Mendelssohn sagt: Daß er von diesem letzteren selbst nützlichen Gebrauch gemacht habe und daß es die Pulpa der Tamarinde sei, welche darin gegeben werde. Nun besteht mein ergebenstes Ansuchen darin: mir aus diesen zuletzt erwähnten Mitteln ein Recipe zu verschreiben, wovon ich dann und wann Gebrauch machen könne. Die Dosis darf bei mir nur gering sein, weil ich gemeiniglich von einer kleineren, als der Arzt mir verschrieben, mehr Wirkung verspürte, als mir lieb war; -doch bitte ich es so einzurichten, daß ich nach Befinden etwas mehr oder weniger davon einnehmen könne." Für die Gebresten seiner Freunde, wie z. B. anläßlich der Erkrankung des ihm sehr nahestehenden Kriegsrats Heilsberg in Königsberg, erbittet Kant gleichfalls den ärztlichen Rat von Markus Herz, und es'ist amüsant zu lesen, daß der keine Vorurteile kennende Philosoph in diesem Falle die Vermittelung von Herz bei einem „Berlinischen Kuhdoktor" Kunath erbittet, weil Herz in einer seiner Schriften auf die glückliche Kur des Genannten bei Flechtenkrankheiten hingewiesen habe. „Haben Sie also die Güte, teuerster Freund," heißt es wörtlich, „wenn Sie die Herablassung nicht für zu tief halten, allenfalls durch einen dritten, von jenem Kuhdoktor, wenn ihm vorher die Beschaffenheit der Flechten beschrieben worden, eine hinlängliche Dosis von seiner Seife oder Waschwasser zusammensamt, der Vorschrift des Gebrauchs, abzukaufen. Sie selbst aber belieben, die übrigen Vorschriften, die Sie etwa nötig finden möchten, hinzuzutun, denn unsere hiesigen Aerzte haben ihm bisher so wenig, als er sich selbst durch den ausgepreßten Saft des Chelidorii helfen können. Die dafür ausgelegten, ingleichen

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