Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Moses Maimonides
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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101 für meinen Fuß sind deine Worte und ein Licht meinem Pfade." Besonders am Ende verschiedener Abschnitte, worauf wir hier blos verweisen können, schlägt Maimuni diesen Brustton der Ueberzeugung an, wobei auch seine wunderbare Kunst in der Handhabung der hebräischen Sprache hervortritt. Mitunter äußert sich auch seine religiöse Inbrunst in persönlichen Bemerkungen, so wenn er in dem Abschnitt über die Fasttage von sich berichtet, daß er niemals, außer Sabbats, am Rüsttage des 9. Ab Gekochtes, selbst nicht Linsen, zu sich genommen habe. Aber es bedarf solcher Einzelheiten nicht, um die Ueberzeugung zu gewinnen, daß in Maimuni Leben und Lehre sich deckten. Der Entwurf und die Ausführung des großen Werkes genügen an sich, diese Ueberzeugung jedem Unbefangenen beizubringen. Es fand denn auch, bei den Zeitgenossen die verbreitetste Anerkennung und mitunter schwärmerische Bewunderung. Aber auch Gegner blieben ihm nicht erspart. Der Hervorragendste unter ihnen war der berühmte R. Abraham b. David aus Posguieres, der den Religionskodex Maimuni's mir Anmerkungen versah, die sich durch ihre Kürze, ihre kritische Schärfe, endlich durch den abweisenden, ja zuweilen wegwerfenden Ton, in dem sie gehalten sind, auszeichnen, die aber doch in ihrer Gesamtheit deren Verfasser als einen Maimuni wenigstens auf talmudischem Gebiete ebenbürtigen Geist bekunden. Denn dieser Kritiker mußte den Spuren, auf denen Maimuni zu seinen Resultaten gekommen war, nachgehen; da aber die letzteren ohne jede Quellenangabe und Begründung hingestellt waren, so waren ein ebenso bewundernswürdiger Scharfsinn, wie die umfassendste Belesenheit erforderlich, jene Spuren aufzufinden. Gleich in einer der ersten Anmerkungen nun bezeichnet er den wunden Punkt an dem Werke Mäimunis, indem er von ihm sagt: „Er hat gemeint, zu verbessern, er hat aber nicht verbessert, denn er hat den Weg aller früheren Autoren verlassen, welche Beweise für ihre Meinungen beigebracht haben, indem sie die Quellen angaben. Das. war von großem Nutzen, denn oft neigt die Meinung des Richters auf Grund eines Ausspruches dahin, ein Verbot oder die Erlaubnis auszusprechen. Wüßte er