Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Moses Maimonides
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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100 verkehren und in Wirtshäusern unter den Trinkern sitzen. Aber die Unterhaltung ehrlicher Israeliten verbreitet sich ttur über Tora und Wissenschaft." Wir haben der vorstehenden paränetischen Ausführung, die übrigens mit Bibelstellen, die wir weggelassen haben, belegt ist, deshalb Raum gewährt^ weil sie von der Sachlichkeit und Knappheit der Diktion, deren sich Maimuni im allgemeinen in diesem Werke bedient, in auffallender Weise absticht. Vielleicht hat er damit auf die Angriffe und Verdächtigungen, denen er selbst ausgesetzt war, abgezielt. Auch R. Josef Karo spielt vielleicht in seinem Kommentar hierauf an, wenn er zu dieser Stelle auf die Bemerkung sich beschränkt: „Die Worte unseres Meisters sind seiner würdig." Lassen wir indessen diese Vermutung auf sich beruhen, die Stelle bekundet jedenfalls die tiefe Sittlichkeit und Frömmigkeit Maimunis, wovon übrigens das ganze Werk ein beredtes Zeugnis ablegt. Maimuni hat damit zum ersten Male einen systematischen Kodex der jüdischen Religion in ihrer Gesamtheit geschaffen, er hat das Gebäude dieser Religion, vom Fundament nach allen Seitentrakten, bis zur Vollendung aufgeführt. Dies wäre bei bloßem antiquarischen Interesse nicht möglich gewesen. Nur von der Ueberzeugung aus, daß trotz mancher Abbröckelung und des.teilweisen Zerfalles das jüdische Religionsgebäude dereinst seine Wiederaufrichtung erfahren werde, konnte ein solches Werk geschaffen werden, in dem die Vergangenheit zu neuem Leben erweckt wurde und die Zukunft vorgebildet war. Bei aller Sachlichkeit des Vortrages bricht deshalb die hohe Meinung, die Maimuni von der jüdischen Religion in allen ihren Verzweigungen besitzt, in goldenen Worten hervor. So sagt er am Ende des Abschnittes über das rituelle Schlachten in summarischem Ueberblick über alle rituellen Gebote: „Man hüte sich bei Vollziehung derselben vor geringschätzigem Betragen, wodurch die Gebote dem Menschen verächtlich werden/ denn die Ehre gebührt nicht den Geboten selbst, sondern ihm, der sie befohlen, gelobt sei er/der uns davor bewahrt hat> in der Finsternis zu tappen, der uns eine Leuchte zugerichtet hat, die Verkehrten zurechtzuführen, und ein Licht, um die Wege der Geradheit zu weisen, wie es heißt: „<KnVLeuchte