Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1905-01-01 · 8 (1905) · p. Seite 99

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
8 (1905)
Article
Moses Maimonides
Date
1905-01-01
Page
Seite 99 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3111067-3111082-3113593--2090-3113714
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

99 roten Kuh usw., ja selbst dem Aussatz. Von hohem Interesse ist der Schluß des letzterwähnten Abschnittes, der folgendermaßen lautet: „Die gewisse Veränderung an Kleidern und Häusern, welche die Tora mit dem Kollektivnamen „Aussatz" bezeichnet hat, gehört nicht zu den allgemeinen Erscheinungen, sondern war ein Zeichen und Wunder in Israel, um das Volk vor der Verleumdung zu warnen. Denn dem Verleumder verändert sich das Aussehen der Wände seines Hauses, diese Veränderung erstreckt sich in weiterem Verlaufe, wenn er nicht von der Verleumdung abläßt, auf die Hausgeräte, deren er sich zum Sitzen und Schlafen bedient, sie geht dann auf seine Kleider, und zuletzt auf ihn selbst über, sodaß er abgeschieden und geächtet für sich allein leben muß, bis er sich nicht mehr an der Unterhaltung der Bösewichter, an Spötterei und Verleumdung, beteiligt. Davor warnt die Tora, indem sie sagt: „Hüte dich vor dem Aussatz, gedenke, was der Ewige, dein Gott, Mirjam getan!" Damit will die Tora sagen: Merkt wohl, was der Prophetin Mirjam geschehen ist, die gegen ihren Bruder geredet, dessen ältere Schwester sie war, den sie groß gezogen und mit eigener Lebensgefahr aus dem Meere errettet hat, und sie hat doch nicht einmal Schändliches von ihm gesprochen, sondern ihn blos irrtümlich den übrigen Propheten gleichgestellt, er aber beachtete das ganze Gerede nicht einmal, denn es heißt: „Der Mann Moses war überaus bescheiden." Dennoch wurde sie auf der Stelle mit dem Aussatz bestraft. Um wie viel mehr wird es so den törichten. Bösewichtern ergehen, die mit ihren Prahlereien den Mund voll nehmen. Deswegen ist es für denjenigen, der auf seinen Weg acht gibt, schicklich, sich von ihren Zusammenkünften fernzuhalten und nicht mit ihnen zu sprechen, damit er nicht in das Netz der Bösen und in ihre Torheit gerate. Dies ist aber die Art der bösen Spötter: Zuerst reden sie von nichtigen Dingen, dann sagen sie Schändliches von den Gerechten, weiterhin sprechen sie gegen die Propheten und tadeln chre Worte, bis sie zuletzt gegen Gott auftreten und chn verleugnen. So verhält es sich mit der Unterhaltung der Bösen, die ihren Grund darin hat, daß sie an den Ecken stehen, mit ungebildeten Menschen 7*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.