Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 33)
- Language
- German
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— - 48 geselle Sokrates gegeben, allgemeinen Widerspruch hervorgerufen. Eine große geistige Regsamkeit herrscht nach wie vor auf hebräisch - belletristischem Gebiete. Da ist zunächst die Ausgabe der gesammelten Erzählungen von M. Mocher- Seforim (Pseudonym für S. I. Abramowicz) zu erwähnen, eines Schriftstellers, der unter den Humoristen den ersten Rang einnehmen darf, ferner ein periodisches Unternehmen von I. L. Peretz, der sich diesem Genossen würdig an die Seite stellen kann. Sagen und Visionen hat F. S. Judson, eine Erzählung über den Geist der neuen Zeit I. I. Sirkis, ein Trauerspiel aus der biblischen Geschichte M. Foner, Erinnerungen aus der ersten Periode der Kolonisation in Palästina D. Paniz, Schilderungen aus dem Leben der Juden in Amerika H. Malachowski herausgegeben. In den Blumengarten der Poesie führen uns die Lieder junger Dichter, die Berthold F eiw el unter dem Titel: Junge Harfen gesammelt hat; wenn auch nicht alle Klänge gleich auf uns wirken, so erfreuen wir uns doch an dem Gesamtton, der überall durchklingt und der nur aus inniger Liebe zum Judentum hervorgehen kann. Auf denselben Ton ist auch die Lyrik von S. Werner in seiner Sammlung Ruth u. a. Gedichte gestimmt. Die Gedichte der Bibel, die M. A. Klausner in vorzügliches Deutsch übertragen hat, sind in neuer und festlich geschmückter Auflage erschienen. Die Sammlung enthält Partien aus dem Pentateuch und den Propheten, aus den Psalmen, dem Hohenliede, Hiob, den Klageliedern, Esther, Ruth und Koheleth. Die Schönheit dieser Übertragungen haben wir bereits wiederholt zu rühmen Gelegenheit gehabt. Auch die jüdische Kunst hat bereits die Kinderschuhe ausgetreten. Man darf sogar schon eine Revue der Künstler zu veranstalten wagen. Und diese ist in d.er Sammlung: Jüdische Künstler stattlich genug ausgefallen. Wir lernen da die Werke von Israels, Ury, Lilien, Liebermann, Solomon und Epstein in vortrefflichen Reproduktionen kennen, die den Begriff einer jüdischen Kunst rechtfertigen sollen. Der Text stammt von anerkannten Autoren wie Servaes, Stahl u. a. Der Gesamteindruck der Persönlichkeit tritt überall in den