Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 31)
- Language
- German
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46 länder mit seinen Bildern aus der jüdischen Geschichte, die uns die hervorragendsten Religionsphilosophen und Dichter vorführen. Auch die biblische Geschichte von A. Weiß gehört in diesen Zusammenhang, ferner die biblische Geschichte und Religionslehre von I. Mauthner und S. Kohn und endlich zuletzt — doch nicht zuletzt — die neue Auflage des verwendbaren Buches von S. Bäck, die Erzählungen und Religionssätze der heiligen Schrift. Ein deutsches Gebetbuch für die israelitische Jugend hat O. Waldeck ediert; die hübschen biblischen Gedichte von Jacob Freund sind in neuer Auflage erschienen. Ein lesbares Chanukah-Büchlein für unsere liebe Jugend ist: Die drei Verbannten, ein Festspiel in Versen und mit Chor von S. Bachenheimer. Auch die neue Auflage eines alten und vielbeliebten Buches, der Parabeln und Legenden aus Talmud und Midrasch von G. Levi, dürfte vielleicht hier am passendsten sich einfügen lassen. Außerdem sind zu verzeichnen: Biblische Buchstabenbilder für das ganze Alphabet von N. Adler und die bewährte illustrierte hebräische Lesefibel von I. M. Japhet, von der Rosenthal eine neue Ausgabe veranstaltet hat. Für den Gebrauch höherer Lehranstalten hat H. L. Strack ein hebräisches Schreibheft und Vokabularium ediert. Für die Geschichte unseres Schulwesens ist die Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum des Frankfurter Philantropins von hoher Bedeutung. Eine reiche Ernte ersprießt in diesem Jahre auf dem Felde der schönen Literatur. Der moderne Jude mit seinen Kämpfen und Ringen, mit seinen Hoffnungen und Enttäuschungen, mit seinen Idealen und Jrrtümern ist wieder einmal Mode geworden. In der neueren Literatur ist er ein beliebter Typus des sozialen Romans. Leider aber haben die meisten Gestalten, die uns dieser vorführt, nur die Manier des Juden, etwas Angenommenes und Nachgeahmtes. Diese Romane sind nicht Erzeugnisse eines warmen Herzens und einer lebendigen Phantasie, sondern einer anspruchsvollen Moderichtung, die die Wahrheit erkannt zu haben glaubt.