Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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41 durch L. Grünhut und M. N. Adler. Leider läßt nur die deutsche Übersetzung viel zu wünschen übrig. Von großem Interesse ist eine Abhandlung von I. Trenel über den Einfluß der Bibelsprache auf das Französisch des Mittelalters bis zu Ende des 15. Jahrhunderts, und ebenso interessant sind die Studien des spanischen Senators Fernande; Poludo über das Ladino der spanischen Juden im Orient. Ein deutsch-hebräisches Wörterbuch hat M. Margel begonnen und ein biblisches Wörterbuch, das uns aber noch nicht zu Gesicht gekommen, ist in Konstantinopel von Josef ben Chachim Schealtiel erschienen. Wertvolle Kataloge hebräischer Handschriften verdanken wir E. Brockelmann, der die Manuskripte der Breslauer Stadtbibliothek, und .Hartwig Hirschfeld, der die hebräischen Manuskripte des Montefiore College beschrieben hat. Eine Geschichte der Beschneidung hat S. Kahan in hebräischer Sprache geschrieben, und das Ritual der Pesach- Hagadah haben zwei angesehene talmudische Gelehrte I. Lewy und E. Baneth zu gleicher Zeit, aber von verschiedenem Standpunkt aus in sehr ansprechender Weise uns erklärt. Mit hebräischen Grabschristen aus Aden, die H. Chajes vorgeführt, sei diese Uebersicht geschlossen. * * Wenig ergiebig war in diesem Jahre die Arbeit auf dem Gebiete der Ethik und Religionsphilosophie. Wenn auch nicht spezifisch-jüdisch, so darf doch das Werk hier in keinem Fall übergangen werden, welches auch für uns von grundlegender Bedeutung bleiben wird, nämlich die Ethik des reinen Willens von Hermann Cohen, die den zweiten Teil seines großangelegten Systems seiner Philosophie bildet; ein überlegener und umfassender Denker spricht hier nicht nur zu seiner Glaubensgemeinde, sondern zur ganzen Menschheit wahrhaft goldene Worte, die wir uns alle einprägen sollten, um sie zu bewähren im Leben. Ich kann es mir nicht versagen, wenigstens einen Satz aus diesem großen Werke, von dem man noch sprechen wird in späten Tagen, hier anzuführen, weil er nicht nur das Verhältnis des Philosophen