Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 19)
- Language
- German
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34 schleppen, gründlich zu beseitigen. Mehr populären Zwecken dient die kleine Schrift einer Jüdin, die wohl aus dem Englischen übersetzt ist, über Jesu wahres Christentum. Und nun kommen wir erst recht eigentlich zur Wissenschaft des Judentums. Es ist interessant, daß auch hier zunächst das Bestreben auftritt, in Sammelwerken und Encyilopädien den ganzen Wissensschatz in seiner gegenwärtigen Gestaltung zu verarbeiten. Die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums", die hiermit einen rühmenswerten Anfang gemacht, haben wir bereits im vorigen Jahr besprochen. Der Kernpunkt ihrer Tätigkeit wird wohl in dem großen Sammelwerk, dessen Herausgabe sie beschlossen hat, liegen, nämlich in dem Grundriß der Gesammtwissenschaft des Judentums. Schon die Titel der Werke beweisen, wie jedes einzelne Gebiet berücksichtigt worden. Der Grundriß soll aber nicht allein für die Fachgelehrten wichtig und wertvoll werden, sondern es sollen auch die Gebildeten die einzelnen Werke mit Verständnis und Genuß lesen können, es soll im großen und ganzen weniger auf die Masse des gebotenen Stoffes ankommen als auf dessen geistige Durchdringung, auf gesammelte - und geordnete Darstellung. Wie wir hören, sollen schon im nächsten Jahre zwei der wichtigsten Werke des Grundrisses das Tageslicht erblicken, nämlich die Zlpologetik von Güdemann und die Systematische Theologie von Köhler. Außerdem wird die Gesellschaft noch im Berichtsjahre eine Schrift von Leo Bäck über das Wesen des Judentums und als Komplement die von I. Eschelbacher über Harnacks Wesen des Christentums herausgeben. Endlich hat die Gesellschaft bereits eine ganze Anzahl streng wissenschaftlicher Werke subventioniert und dadurch deren Erscheinen ermöglicht. Schon jetzt ersieht man also, welch einem dringenden Bedürfnis die Begründung dieser Gesellschaft entgegengekommen ist und wie fruchtbar ihr Wirken für die Wissenschaft des Judentums werden muß. Eine besondere Regsamkeit hat in diesem Jahre Amerika entfaltet. Auch dort beabsichtigt man ein großes Sammel-