Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 18)
- Language
- German
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38 XOüxt aus dieser streng wissenschaftlichen Arbeit weg geblieben wäre, die eine vortreffliche Einleitung in die Psalmen, die Sprüche Hiob, Kohelet, Sirach und die Weisheitsliteratur gibt und dadurch eine Periode erhellt, die so lange in Dunkel gehüllt gewesen und aus der kein Lebenszeichen zu uns zu dringen schien, die aber gleichwohl Weltbewegendes geleistet hat, da in ihr eine Weltreligion aus der Vermählung des jüdischen mit dem christlichen Geiste später hervorgegangen ist. Nicht minder wertvoll ist das Werk von W. Baldensperger. Die messianisch - apokalytischen Hoffnungen der Juden, in welchen er die Quelle der wichtigsten Elemente des Christentums findet. Baldensperger ist ein vorurteilsloser Mann, der auch über das talmudische Judentum anders urteilt als die meisten protestantischen Theologen. Seine vornehme Gesinnung, seine Ruhe und Klarheit wirken in einer erregten Zeit wahrhaft wohltuend. Die Hellenisierung des semitischen Monotheismus behandelt A. Deißmann in einer Schrift, die die Bedeutung der griechischen Bibel für die Mission des Judentums in der Welt erörtert. Von dem bereits erwähnten Buche von W. Dittmar, Vetus Testamen tum in novo ist der zweite Teil erschienen. Hierher gehört auch die lesenswerte Schrift von P. Fiebig, Altjüdische Gleichnisse und die Gleichnisse Jesu. Die alttestamentlichen Parallelen zu diesen werden in hebräischem Text und in der griechischen Version gegeben. Auch die Arbeit von R. T. Herford, Christianity in Talmud and Midrasch müssen wir hier einreihen. Einschneidende Probleme des apostolischen Zeitalters behandelt E. von Dobschütz in 5 Vorlesungen über jene Geschichtsperiode. Ein weiteres Stadium der Entwickelung wird in den Schriften von I. Elbogen über die Religionsanschauung der Pharisäer und von I. Klausner, Die messianischen Vorstellungen des jüdischen Volkes im Zeitalter der Tanaiten behandelt. Die Arbeit von Elbogen wird ohne Zweifel dazu beitragen, viele veraltete Vorurteile, die sich mit unerhörter Hartnäckigkeit noch immer durch die einschlägigen theologischen Werke über jene Zeitperiode wie eine ewige Plage sort- 3