Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111082-3113589--2019-3113647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
32 Kirchenväter, die Exegeten der spanischen Glanzperiode, der nordfranzösischen und deutschen Exegetenschule, die späteren Bibel-Exegeten der Karäer und Samaritaner, sowie die christlichen Exegeten des Mittelalters bis aus die Reformationszeit. Es steckt eine große Gelehrsamkeit in diesem Werke, das sicher auch in nichtjüdischen Kreisen die gebührende Achtung sich erzwingen wird. Von dem neuhebräischen Bibelkommentar, der vollständig aus den Grundlagen der modernen Bibelkritik beruht, ist die Genesis von Kahana erschienen. Mit einer vortrefflichen englischen Übersetzung der Psalmen hat uns Köhler überrascht. Es sind ferner noch zu nennen die Pentateuchübersetzung von Onderwizzer, die homiletischen Erklärungen zu Genesis und Exodus von Ehrenfried und von Mises, zu den Psalmen von Kluger und G. Weiß, zum Buche Esthen von Ä. Sulzbach und die neue populäre Ausgabe des Bibel- Kommeniars von Samson Raphael Hirsch, endlich noch die Arbeiten von Gelb haus über Esra, eine sehr wertvolle Untersuchung, von Jampel über die Wiederherstellung Israels und der Achämeniden und von M. Friedländer, Genealogische Studien zum Alten Testament. Man sieht, es regt sich auch bei uns auf diesem Gebiete. und man will sich nicht länger im eigenen Hause von anderen, ja von Fremden üben die Schulter ansehen lassen. Die apokryphische und hellenistische Literatur ist indiesem Jahre eigentlich nur sehr wenig angebaut worden, nachdem sie im Vorjahre übereifrig behandelt wurde. Das wichtigste Werk ist auch diesmal das eines Juden, dem wir schon oft auf diesem Gebiete begegnet sind, nämlich M. Friedländer,, dessen neuestes Werk: Griechische Philosophie im Alten Testament eben so viel Anerkennung wie Widerspruch finden dürste. Friedländer scheint sich immer mehr in die Bewunderung der hellenistischen Literatur einzuleben und den Talmud wie das rabbinische Judentum zu unterschätzen. Das ist ein sehr gefährlicher Weg; wir hätten gewünscht, daß die Angriffe gegen die herrschende theologische Richtung im Vor-