Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 16)
- Language
- German
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Bl und die Schrift von D. Hosfmann, Die wichtigsten Instanzen gegen die Graf-Wellhausen'sche Hypothese. Diese Hypothese hat bekanntlich die weiteste Verbreitung gefunden und ist unter den neueren Kritikern fast zur Alleinherrschaft gelangt. Mit einer stupenden Gelehrsamkeit, mit einer Besonnenheit, die den Gegnern zu wünschen wäre, und mit eindringendem Scharfsinn führt Hosfmann alle Gründe vor, die Wellhausen zumal für seine Hypothese der verschiedenen Schichten der Bibel aufführt: das Pesach-Opfer, Ezechiel und sein Verhältnis zum Pentateuch, der Ort des Gottesdienstes, die Opfer, die Feste, die Priester und Leviten, die Ausstattung des Klerus; überall sucht er den Gegner mit dessen eigenen Waffen zu schlagen. ' Er ist unter den Kämpfern gegen diese Hypothese einer der glücklichsten. Mit den Mitteln einer ungewöhnlichen Sachkenntnis ausgestattet, folgt er Wellhausen auf Schritt und Tritt und weist die Lücken und Schwächen seiner Hypothese an vielen Stellen in treffender Weise nach. In jedem Fall empfangen wir aus diesem gelehrten Werke von neuem die Erkenntnis, daß die Glaubwürdigkeit der althebräischen Geschichte auch durch die Hypothesen Wellhausen's keineswegs erschüttert sei. Das zweite Buch von nicht gewöhnlicher Bedeutung ist die Arbeit von Jacob, Im Namen Gottes, eine religionsgeschichtliche Untersuchung von großem Werte, in der man ebenso die besonnene Forschung wie das reife Urteil und nicht zuletzt auch die vornehme und würdige Art der Darstellung anerkennen muß, deren sich auch Hosfmann befleißigt und die sehr vorteilhaft absticht von der Art und Weise, mit der namentlich die evangelischen Theologen die einschlägigen Arbeiten von jüdischer Seite zu behandeln pflegen. Als das dritte Werk im Bunde nenne ich die umfangreiche Arbeit von Adolf Posnanski, Schiloh, ein Beitrag zur Geschichte der Mosis- Lehre,.dessen erster 512 Seiten umfassender Teil sich mit der Auslegung von Genesis 49.10 im Altertum bis zu Ende des Mittelalters beschäftigt. Bekanntlich bildet die exegetische und historische Literatur zu jenem Vers im Segen Jakobs ein wichtiges und umfangreiches Kapitel in der Geschichte der Schristauslegung und der Mosis-Lehre. Posnanski beginnt mit den Spuren der ältesten Auslegung uub führt dann die ulten Versionen vor: die jüdische Traditionsliteratur, die