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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1905-01-01 · 8 (1905) · p. Seite 24

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
8 (1905)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1905-01-01
Page
Seite 24 (sequence 9)
Language
German
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24 sondern erhärtet, daß die alttestamentliche Vorstellung durchaus korrekt sei, derzufolge der Kultus des „nachmaligen israelitischen Nationalgottes" in eine Zeit lange vor Moses zurückgehe, also dieser der Stammesgott bereits der Urahnen Israels gewesen sei. Diese alttestamentliche Vorstellung, daß die Urgeschichte Israels mit Babylon, speziell mit Südbabylonien eng verknüpft gewesen sei, bewähre sich mehr und mehr. Delitzsch, der für Abram Abraham und für Hammurabi den sprachlichen Nachweis bereits geführt haben will, erklärte in einer besonderen Abhandlung auch den Beweis babylonischer Analogien für den Namen Mose und für vieles andere anzutreten. Mit Eifer rief er seinen Gegnern zu: „Statt sich der neuen, für die Geschichte des Jahve-Namens und Jahve-Kultus äußerst wertvollen Erkenntnisse zu freuen, imputierte man mir die Wahnvorstellung, als leite ich den Monotheismus Israels aus Babylonien ab. Diese Behauptung diente so recht als offene Tür, die man einrannte; sie ermöglichte einen wütenden Kampf mit lautem Kriegs- und Siegesgeschrei, ohne daß ein Feind da war. Da meine wirklichen Aufstellungen sehr schwer angreifbar waren, konstruierte man sich eine von niemandem aufgeworfene oder gar verteidigte feindliche Position: Eduard König an der Tete, Jules Oppert an der Queue, zogen die Helden alle aus, um unter Posaunenstößen eine Schanze zu stürmen, die nur in ihrem unklaren Hirn existierte. Und dieses ganze unaufrichtige Treiben gefiel christlichen und jüdischen Theologen so gut und war ihnen so willkommen, daß, als ich nach meiner Rückkehr aus Babylonien den Sachverhalt klarstellte, man es fertig brachte, dies als einen „Rückzug" meinerseits auszulegen und öffentlich kundzutun." Man konnte schließlich damit einverstanden sein, daß diese Erklärung kein „Rückzug" sei. Alles war nur „Mißverständnis". Aber warum ereiferte sich dann „der gute Professor" so gegen seine jüdischen Gegner, ohne auch sie nur mit einem Worte zu widerlegen? In seinen grundsätzlichen Forderungen sagte er dann weiter: „Fort aus dem Alten Testament, das ein Religionsbuch ist, mit allen Bestandteilen, die nicht religiös-sittlicher Erziehung zu dienen geeignet sind! Was religiös-sittlichen Inhaltes und Wertes im althebräischen Schrifttum ist, des bleibe geschätzt, ja geliebt für ewige Zeiten! Aber ausgeschieden sei aus dem Kanon unserer

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