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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1905-01-01 · 8 (1905) · p. Seite 21

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
8 (1905)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1905-01-01
Page
Seite 21 (sequence 6)
Language
German
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21 werden selbstverständlich die geographischen Bestimmungen abgetan. Viel ausführlicher dagegen wird die religiöse Entwickelung als der eigentliche Endzweck der jüdischen Geschichte behandelt. Auch die politischen Verhältnisse werden genau erwogen. Hier finden sich sehr feine, ja geradezu klassische Bemerkungen. Zu den wichtigsten Kapiteln einer jeden derartigen Einleitung gehört natürlich der Abschnitt Kultur. Ich habe schon oben darauf hingewiesen, daß diese nach Steinschneider in der harmonischen Bildung der drei Grundideen des Guten, des Wahren und des Schönen besteht. Das Gute findet in der jüdischen Literatur seine volle Ausprägung; das Schöne ist bei den Juden bekanntlich leider vielfach vernachlässigt worden. Der Begriff des Guten realisiert sich in folgenden Sphären: a) Recht und Gesetz, Verfassung und Freiheit; d) Politische und soziale Institutionen; c) Familienleben; d) Sitten und Gebräuche. Am ausführlichsten behandelt Steinschneider in seiner Einleitung die Punkte c und d. Die Idee des Wahren in Beziehung auf die Kultur besteht nicht in der Erreichung, sondern in dem Streben nach derselben, in dem Range, den der Wissende behauptet, in der Macht, die dem Wissen selbst übertragen wird, also im Unterricht, in der Literatur und in der Wissenschaft. Steinschneider unterscheidet hier Literärgeschichte, also Biographien von Gelehrten, Berichte von ihren Bestrebungen und Leistungen, zweitens Geschichte der verschiedenen Wissenschaften, insbesondere der sogenannten „profanen", drittens, Literaturgeschichte, das ist Geschichte der Bestrebungen, das Wissen zu fixieren, ihm eine literarische Form zu geben, viertens, eigentliche Geschichte der Erudition und der Bildung wie des Unterrichts überhaupt. Sehr wichtige Bemerkungen macht Steinschneider in der dritten Abteilung über das Schöne, über die Kunst im Allgemeinen, über Musik, Plastik, Denkmäler, Münzen und Medaillen, Baukunst, Grabdenkmäler im besonderen. Die letztere Abteilung ist die ausführlichste. Die sechste Hauptabteilung ist wie oben erwähnt der Sprache gewidmet. Hier ist die Einleitung sehr ausführlich und gerade für unsere Zeit von besonderem Interesse. Es

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