Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 18)
- Language
- German
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264 Boas: Doch Eins noch wisse: Welchen Tages Du Das Feld erstehest, das Naemi's Eigen, Mußt Du das junge Weib, das mit ihr kam. Die Wittwe ihres jüngsten Sohnes, Ruth, Zum Weibe nehmen. Eli-Melech's Stamm Stirbt sonst mit ihr und heilige Pflicht, Du weißt. Ist es dem Erben, daß er dem Verstorbnen Erwecke einen Namen auf sein Erbtheil, Auf daß in schweigender Vergessenheit, In stummer Todeskälte nicht erlösche. Was einst an Werth und Tugend dies Geschlecht Besaß und was in Ehren es geübt. Rüben: Ich sollte, die ein Anderer schon vor mir Gewählt, und deren erste schönste Blüche er Genossen hat, zu meinem Weibe machen? Die Fremde, deren Abkunft und Geschlecht Mir unbekannt, die andern Göttern dient? — Sarah: Du weißt nicht, junger Thor, was Du verschmähst. Welch einen Schatz von Reinheit, Lieb' und Güte. Sie hat an ihrer Schwieger mehr gethan. Hat besser sie geliebt als sieben Söhne. Thirza: Wer unter Juda's Töchtern hat des Ew'gen Gebot, daß wir die Eltern ehren sollen. Auf daß es wohl uns gehe und wir leben, Erfiillt so treu, als sie? Asriel: Und ward sie nicht Wie wir, in den Gesetzen unterwiesen