Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 17)
- Language
- German
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268 Wenn's Gottes Rathschluß ist. Wählt er Dich nichts So bist Du mein, o Ruth, mein Eigenthum, So wahr der Herr lebt, und als Gottgeschenk, Als heilig höchstes, will ich Dich bewahren. So raste denn in meiner treuen Hut, Sanft sei Dein Schlummer, süß Dein Träumen, Ruth! — IX. Scene. Ein großer Ruheplatz in Bethlehem. Serah. Asriel. Antram. (Aelteste des Volks.) Thirza. Jerusa. Sarah. Boas. JoaL. Rüben. Boas: Euch Allen ward es kund, daß aus der Ferne Naemi kehrte, Eli-Melech's Wittwe. Er war mein Freund in frühen Jugendtagen Und unsre Väter waren nah verwandt. Sie kam zurück, verarmt und kinderlos. Und bietet feil, um ihre Noch zu lindern. Das Feld, das einstmals ihres'Gatten war. Ich bin, dem Herrn sei Dank, so reich begütert. Daß ich ihr für die Heimathsscholle gern Will bieten zehnfach, was sie fordern mag. Denn heilig ist sie als Vermächtniß mir Des todten Freundes, unsres wackern Bruders, Du, Rüben, aber bist noch enger ihr Verwandt als ich, und darum frag' ich heut Vor diesen Allen Dich, ob Du gewillt. Das kleine Erbe treulich anzutreten Und zu verwalten so gewissenhaft. Daß sie vor Noch und Mangel bleibt bewahrt. Jung bist Du, Rüben, rüstig, wohl erfahren In jeder Arbeit, die der Acker heischt. Und gerne leih' ich meine Hilfe Dir, Wie immer Du sie forderst. Rüben: Gut, ich will's. Ist das nur die Bedingung, thu ich's gern.