Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 19)
- Language
- German
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265 Von Kindheit an, uni wie viel größer noch Ist ihre That! — Amram: Das ganze Volk es weiß. Welch tugendsames Weib sie ist; mit Stolz Wird zu den Unfern sie gezählt, und Du, Du wolltest sie verwerfen? — Rüben: Sei sie auch. So schön als gut, mir taugt sie nicht zum Weibe, Sie hat schon einem Gatten angehört; Der Becher, draus ein Andrer sich berauscht. Er lockt mich nicht, sein Feuer ist verraucht! — Ich geb' mein Anrecht auf das Erbe' Dir, Du magst es nehmen, Boas, sammt dem Weibe! — Boas: Ihr Alle hörtet an, was Rüben sprach. (Ruth erscheint mit Naemi.) Wohlan, vor diesen Allen, hier versammelt, Erwähl' ich Dich zu meinem Weibe, Ruth. Und Dir, Naemi, thu ich auf mein Haus; Dort walte, als die theuerste der Mütter, Von unsrer Liebe sorglich treu behütet. All was ich bin, ich stell's in Deinen Dienst, Denn Deinem Herzen, Deiner großen Seele, Verdank' ich's, daß sich Ruth mir zugeneigt. Gieb uns, Naemi, Deinen Muttersegen, Wenn Ruth gewillt, mein Weib zu werden? — Ja! Demüthig, Herr, nehm ich die Werbung an Und preise Gott, daß er Dein edles Herz Mir zugelenkt.