Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 14)
- Language
- German
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260 Wie Gold in heißen Flammen sich verklärt, Ihr Liebreiz wärmt und hellet Deinen Herd! — Boas: Doch, ob sie wiederkehrt; ihr habt sie doch. Wie ich gebot, die Aehren sammeln lassen. So viel sie nur begehrte? — Joab: Herr, Dein Wort Ist Deinen Knechten theuer; bist Du doch Uns huldreich stets; drum ist Gehorsam uns Die liebste Pflicht. — Ich lasse Dich allein. Es naht die Nacht und müde wirst Du sein. — (Joab ab.) Boas (sich zur Ruhe legend): O liebliche Gestalt; umschwebe mich Im nächtigen Traum und laß mich träumend Dir Gestehen, was meine Seele ganz erfüllt. Die Liebe, die in ihrer Tiefe ruht -— O wärst Du nahe; komm, o komme Ruth! — (Er schlummert ein.) TIII. Scene. Ruth, im festlichen Schmuck, tritt leise ein. (Der Mond geht auf und erhellt den Raum.) Ruth: Wie duftet süß und lind die Sommernacht, Und blickt mit klaren Sternenaugen nieder; Der Felder goldner Segen liegt gemäht Und kündet uns ein reich und glücklich Jahr. Ihr schlummert sanft, Gefährten meiner Arbeit; Sie ward mir leicht, denn immer war es mir. Als schaute meines Mahlon treuer Blick Auf meine Ernte: als sei er bei mir. Als streichelte er mir leis die Locken,