Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 10)
- Language
- German
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256 Die Gute, die im Dienst der reinsten Liebe, Der warmen Kindesliebe, müde ward! — (Zu Ruth.) Leb' wohl und meine Brudergrüße bring' Naemi, Deiner Schwieger, länger nicht Soll sie entbehren, was dem Alter frommt. Sag' ihr, daß Gott sie überreich begnadet. Da er chr solches Kind als Trost geschenÜ. (Ab.) VI. Scene. Hütte der Naemi. Abendstunde. Naemi. Ruth. Ruth: Er sprach zu mir; so mild, wie einst Dein Sohn, Sein Angesicht war sonnig, wie der Tag, Der auf die reichen Felder niedersah. O Mutter, freue Dich mit mir; zu Ende Sind Noth und Sorge, er verhieß uns Hilfe, Und fest vertrau' ich auf sein redlich Wort. Maemi: Wohl, meine Tochter, sprachst Du und Du bist Zur guten Stunde chm begegnet; mild Und fromm ist Boas, wie's mein Eli war, Ihr ganz Geschlecht, es ist von Gott gesegnet. Du aber, die in meiner Prüfung Tagen, Als jeder Trost entschwand, mit Himmelstreue Bei der Verlass'nen ausgeharrt; Du bist Des besten Mannes Werth, aus Deinem Glück Soll neue Hoffnung, neuer Trost mir blüh'n. Hat Dir mein Sohn den Erben nicht erweckt. So wird der Herr mein heiß Gebet erhören Und Dir den Sohn, den lang ersehnten, schenken. Wenn Boas Dich zu seinem Weib erwählt. Ruth: O Mutter, was doch sprichst Du, wie vermöcht' ich