Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 8)
- Language
- German
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— 254 — Ruth: Was fragst Du doch, rasch flieht der Sormnertag, Und eilen muß ich, darf nicht müßig sein. Joab: Und woher kömmst Du, niemals sah ich Dich, Denn wer Dich je erblickt, vergißt Dich nie. Ruth: Ich bin Naemi's Tochter, die mit mir Zurückgekehrt vom Land der Moabiter. Krank ist sie, einsam, und verlangt nach mir, Drum laß mich eilen, bis mein Werk vollbracht. So viel der Aehren liegen hier verstreut. Laß mich sie sammeln; Brot bedarf die Arme, Die meiner Hut vertraut und mir so lieb. Joab: Sanft, wie das Gurren einer Turteltaube, Tönt Deine Stimme, gerne lausch" ich Dir. Doch laß mich helfen, denn die Sonne sengt Und bräunt den Flaum der unbeschirmten Wange. Ruth: Was thut"s, bring" ich der theuern Mutter nur In Fülle heim, was ihr Erquickung schafft! — Joab: Wenn Dich mein Herr sieht, segnet er Dein Thun Und hilft wohl Dir und denen, die Du liebst. Dort naht er, sagen will ich ihm, wie treu. Wie zärtlich Du für Deine Mutter sorgst. (Ab.) Y. Scene. Ruth. Boas. Zaob. Schnitter und Schnitterinnen. Boas: Mein Joab kündet mir, welch frommes Werk