Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 7)
- Language
- German
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253 Das golden sich im Strahl der Sonne wiegt. Wie Meereswellen fluchen seine Halme, So voll und reich, wer ist der Mnte Herr? — Sarah: Boas ist's, aus der Sippe Deines Eli, Ein wackrer Mann, ein Frommer und Gerechter, Freund jedes Redlichen, der Bösen Feind, Und ohne Weib bis heut, so reich er ist. Er meidet alle Töchter Betlehem's, Er kennt nur Arbeit und Gebet. Naemi (zu Ruth): Geh' meine Tochter, solchen Reichthum's Fülle Läßt für die Armuth manche Aehre steh'n. Geh' seinen Schnittern nach, und wenn sie mäh'n. Lies auf, was Du wirst ungeerntet seh'n. Wir dürfen nicht das Kärglichste verschmäh'n. Sarah: Thu, was die weise Mutter Dir gesagt. Geh' Deines Wegs getrost und unverzagt. Naemi (legt segnend die^Hand auf das Haupt der Ruth): Laß', o mein Gott, die Ernte ihr gerathen Zum Segen, lohne chr nach ihren Thaten! — (Ruth ab, Thirza und Sarah leiten Naemi in die Hütte.) IV. Scene. (Ruth auf dem Felde des Boas, Aehren lesend. Heißer Sommertag. Mittagstunde.) Joab: Du schöne Fremde, sprich, wie nennt man Dich? — Ruth: Ruth ist mein Name. Joab: Wem gehörst Du an? —