Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 6)
- Language
- German
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252 Der Götzendiener, die den wahren Gott Verleugnen und verfluchen? — Ruth: Was ist Fluch? — Ich lernte nicht das Wort und nicht den Sinn. Ein halbes Kind noch, fand ich meinen Gatten, Er lehrte mich, was Frieden sei und Glück, Und lieben lernt' ich, was ihm hold und theuer. Er lehrte mich, die Eltern pflegen, ehren. Und ihrer Weisheit und Erfahrung folgen. Er lehrte mich, den Wald, die Blumen lieben. Den Himmel und der Sonne heilig Licht, Und einen unsichtbaren Segensgeist, Der ihn und mich und diese Welt geschaffen. In der ich glücklich athme, wandle, wirke. Und alles Schöne als ein sichtbar Zeugnis Des großen guten Gottes froh erfasse. Thirza: So glaubst Du nicht an Baal und an Astarte, Und kennst nicht ihren schnöden Dienst? Ruth: Was meinst Du? Naemi: Sie ist ein züchtiges und frommes Weib, Ihr dürft getrost sie zu den Unfern zählen; Sind auch die Bräuche fremd ihr, die Ihr übt. Bekehrt ist sie zu unserm einz'gen Gotte, — Gelobt sei Er, — und thut nach seinem Wort. Jerusa: So will ich Eure Heimkehr Allen künden. Die Eures Blutes sind. (Ab.) Naemi: Weß' ist das Feh