Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 4)
- Language
- German
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— 250 Was kann er fürchten, und was ficht ihn an? — Noch einmal will ich hoffen, glauben, beten. Doch nicht für mich, für Dich geliebtes Kind. Zu Dir, mein Gott, ich wende nun den Blick, Gieb tausendfältig, was sie gab, zurück. Nicht enden will ich mein inbrünstig Flehen, Bis ich sie darf gekrönt, gesegnet sehen. Denn nur in ihrem Glücke ruht mein Glück. Komm, meine Tochter, leite weine Schritte, Und führe mich zu unsrer Armulh Hütte. III. Scene. (Morgen.) Naemi, Ruth (aus ihrer Hütte tretend), Thirza, Sarah, Jerusa. Thirza: Wer ist's, die dort den jungen Tag begrüßt. So kümmerlich, so elend und verfallen. Wie jenes Dach, das Obdach ihr gewährt? — Sarah: Die ärmlichste der Hütten ist's im Ort, Und öde lag sie bis auf diesen Tag.. Jerusa: Doch welch ein schönes, rosig frisches Weib Stützt sie, die schmerzgebrochen und gebeugt; Es blickt aus seinen großen schwarzen Äugen So tief und sanft, wie ein unschuldig Kind. Thirza: Laßt uns die fremden Frauen doch begrüßen. Ein freundlicher Willkomm thut Jedem wohl. Sarah: Friede sei mit Euch; thut Euch Hilfe Noth, So zählt auf uns, die wir Euch Nachbarn sind.