Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 3)
- Language
- German
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249 Dir dankt' ich es, und bis zum letzten Hauch Werd' ich in Ehrfurcht Deinen Namen nennen. Naemi: Der Segen Gottes leite Dich, mein Kind, Und seine Engel schirmen Deine Pfade. (Umarmung, Arpa geht.) H. Scene. Naemi, Ruth. Naemi: Und Du, mein Lieblingskind, mein Herzenstrost, Warum, da Deine Schwester nun gegangen. Willst Du noch weilen bei der müden Frau, Die Deine helle Jugend trüb verdunkelt. Ein Schatten, bald des finstren Grabes Raub, Kehr' um zu. Deinem.Volk, z« Deinem Gott, Wie Arpa heimgekehrt ist zu den Ihren. Ruth (vor ihr niederkniend): Sprich nicht davon, daß. ich Dich je verlasse, Denn, wo Du hingehst, steh, da geh' auch ich. Und wo Du weilst, da will ich auch verteilen. Dein Volk ist mein Volk, und Dein Gott mein Gott, Und wo Du stirbst, da, Mutter, sterb' auch ich. Da will ich auch begraben werden. Ich lieb' in Dir den Gatten meiner Jugend, Der sanft und treu, ein Abbild Deines Wesens, Das Leben mir verklärt, wie Mondenlicht, — Du bist, was von dem Theuern mir geblieben. Und wie sich immer mein Geschick auch wende. Der Tod allein muß Dich und mich je scheiden!. Naemi (sie umarmend): Dem Ewigen sei Dank, daß er Dich mir, Geliebte Ruth, zur Tochter hat gegeben. Wer nennt sich reicher, als ich Arme bin? Wer solches Herzens Heiligthum gefunden.