Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Ruth
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 2)
- Language
- German
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248 O, meine theure Mutter, weine nicht, Mühselig Deinem Alter war der Gang Im Staub des Wegs, in heißer Mittagsgluth, Nicht um Verlornes traure schmerzensvoll. In bessre Zukunft wende Deinen Blick, Wir, Deine Kinder, stehen treu zu Dir. Naerni: Nicht alsochr geliebten Töchter sprecht, Ihr liebtet mich, als hätt' ich Euch geboren. Die ich nur meiner Söhne Mutter war. Durch Euch erfuhr ich erst, wie . süß es sei. Wenn weiblich sich an/s Herz der treuen Mutter, Die Tochter liebend und vertrauend schmiegt. Ihr war't mir Blüthe, Knospt und Frucht des Lebens, Doch unfern Bund zerriß der bittre Tod. Mein Gatte starb, es starben meine Söhne, Drei Wittwen, kinderlose, trauern wir. Mein Leben ist dahin, und schnöde Selbstsucht Des Alters sprach' aus mir, begehrte ich. Daß Ihr begrabt in Schnee die blüh'nde Jugend Und mit mir unfruchtbar verwelkt, verdorrt. Geht hin in's Leben, jung seid Ihr und lieblich. Und unsrer Väter Gott, er gebe Euch Den zärtlichsten Beschützer, Haus und Hof, Und schöne Kinder, die wie Rosen blüh'n. Vergeßt, was Ihr besessen und verloren. Mein Schoß kann Euch nicht neue Gatten schenken. Die treu Euch lieben, ehren und behüten; Drum geht und laßt mich, alt und unnütz, sterben. Winkt mir ein Grab doch in der Heimach Erde. Arpa: Vergönne, theure Mutter, daß ich scheide. Fremd ist das Land mir, das uns rings umgiebt. Zurück ins Haus der Meinen sehn" ich mich. Die mit mir trauern um verlornes Glück,