Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 207

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
Date
1902-01-01
Page
Seite 207 (sequence 49)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3111067-3111076-3113305--1408-3113527
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

207 Die notirten vier Stellen citirter Gedichte in 1אמונה רמה) sind auch mir unbekannt. Da Jellinek meinen Freunden seine Schriften widmet, so scheint die dritte Widmung an 2כרמולי) nur durch dessen Tod verhindert zu seyn. Uebrigens sehe ich ein, daß eine wahrhafte Meinung in Betreff eines Menschen erst eine geraume Zeit nach seinem Tode sich auszubilden vermag: Moses und Voltaire mußten auch warten. Rächen Sie sich wegen dieses nichtssagenden Briefes nicht, mich mit einem gleichen zu Lewirthen 3לא תקום). Also ich hoffe auf ein ausführliches Schreiben mit 4 5חרושי תורה) Stets in achtungsvoller Ergebenheit Berlin, 12. August 1878. Zunz. 53. Kaufmann an Zunz. Am Rande notirt Zunz: beantw. 8. Sept. Kojetein (Mähren), 16. 8. 78. Ihre Antwort hat mir eine schöne Nachfeier bereitet, für die ich Ihnen innig danke. Wenn alle Stimmen der Liebe und der Bewunderung nicht die Kraft haben, die Toten zu erwecken, so ist es doch sicherlich im Sinne dieser Edlen, wenn Sie dem warmen Strahl der Anerkennung und ׳'Verehrung Ihr Gemüth erschließen. Fällt doch ein gut Stück von allem Danke, der Ihnen zu Th eil wird, der Herrlichen zu, die nach Ihrem eigenen Zeugniß an Ihren Leistungen ein so erhebliches Verdienst har^). Nicht Gram und Abhärmung, sondern Heiterkeit der Seele und theilnehmende Frische war und ist sicherlich dasjenige, was Ihre große Lebensgefährtin allezeit an Ihnen sehen mochte. Wenn ich so spreche, so halten Sie dem Ungestüm meiner Empfindung zu gute, was etwa fürwitzig und ungeziemend an diesen meinen Worten erscheinen mag. Doch ich weiß es. Sie vergeben mir und gestatten es, daß ich Ihnen von meinen kleinen Freuden und Leiden etwas erzähle. Ich bin seit dem 4. d. M. bei meinen lieben Eltern und vier Geschwistern, die hier jetzt alle beisammen sind. Alltägliche Bäder und Schwimmübungen im Flusse, der March, bilden meine Er- 1) Anm. Nr. 6, S. 203. 2) Carmoly st. 15. Febr. 1875 in Frankfurt am Main. Zunzens Urtheil über seine litter. Thätigkeit kennt man aus Ges. Schriften I, 202 f. Vgl. auch Steinschneider 0. B. 4647. 3) m M. 19, 18. 4) Thora-Neuigkeiten. 5) Vgl. S. 161, Anm. 1.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.